„Wir sind sauer“: Aktionen für faire Bezahlung in Schärding
SCHÄRDING. Unter dem Motto „Wir sind sauer!“ machten die ÖGB-Frauen anlässlich des Equal Pay Day in Schärding auf Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Auch die SPÖ-Frauen setzten ein Zeichen für faire Bezahlung.

Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen laut ÖGB im Bezirk Schärding durchschnittlich 19,6 Prozent weniger als vollzeitbeschäftigte Männer. Der Equal Pay Day fiel heuer damit auf den 21. Oktober. Der Aktionstag veranschaulicht die Einkommenslücke: Ab diesem Tag arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis.
In Oberösterreich beträgt der Unterschied 19,1 Prozent. Der landesweite Equal Pay Day ist damit am 23. Oktober.
Zitronen als Zeichen des Protests
Unter dem Motto „Wir sind sauer!“ veranstalteten die ÖGB-Frauen daher eine Infoaktion am Schärdinger Stadtplatz. Sie verteilten Zitronen an Beschäftigte, um auf die Einkommensunterschiede hinzuweisen und Gespräche über faire Bezahlung anzuregen.
„Wir sind sauer, weil Frauen noch immer auf faire Einkommen warten müssen. Mit unserer Zitronenaktion wollen wir zeigen, dass es höchste Zeit ist, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn“, sagt Natalie Schulz, ÖGB-Frauenvorsitzende der Region Schärding.
Forderung nach Einkommenstransparenz
Die ÖGB-Frauen wollen eine rasche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Diese soll Beschäftigten ermöglichen, die Kriterien ihrer Bezahlung und Einkommensunterschiede bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit besser nachzuvollziehen. Die Umsetzungsfrist für Österreich endete bereits am 7. Juni.
Gefordert werden transparente und geschlechtsneutrale Kriterien für Löhne, Gehälter, Zulagen und Prämien sowie Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Einkommensunterschiede. Beschäftigte, die eine Benachteiligung vermuten, können sich an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft wenden, betont der ÖGB.
SPÖ-Frauen verweisen auf Betreuungspflichten
Auch die SPÖ-Frauen machten am Schärdinger Stadtplatz auf die Einkommenslücke aufmerksam. Landesfrauenvorsitzende Renate Heitz verweist darauf, dass Betreuungspflichten viele Frauen dazu veranlassen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Einkommensunterschiede bestünden aber auch beim Vergleich von Vollzeitbeschäftigten.
„Wir wollen nicht länger darum bitten, gleich entlohnt zu werden, es ist unser Recht!“, betont Heitz. „Frauen in unserem Bezirk leisten hervorragende Arbeit, ob in der Betreuung, im Beruf oder zu Hause. Sie verdienen dafür nicht nur Respekt, sondern endlich den gleichen Lohn für gleiche Arbeit und zwar an 365 Tagen im Jahr“, sagt auch Bezirksfrauenvorsitzende Brigitte Rienesl.
Die SPÖ-Frauen Oberösterreich fordern eine gerechte Entlohnung in Pflege-, Sozial- und Bildungsberufen, einen Rechtsanspruch auf kostenfreie Kinderbildung ab dem ersten Lebensjahr, eine gerechte Aufteilung der Karenzzeiten und eine Unterhaltsgarantie für Alleinerziehende.








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