Deutsch lernen und noch viel mehr
SCHÖNAU. Mittwoch Vormittag, kurz nach halb zehn Uhr am Gemeindeamt. Erst um zehn geht der Unterricht los, doch schon öffnet sich die Tür zum Sitzungssaal. „Guten Morgen“, erklingt es freundlich. Eine kleine Gruppe Asylwerber ist bereit zum Deutschlernen. Der Deutschunterricht ist eines jener Angebote der Gruppe „Misch“ (Miteinander in Schönau), die sich bemüht, den Aufenthalt der derzeit zwölf Asylwerber in der Gemeinde – zwei Familien mit Kindern und einige junge Männer – so angenehm und konfliktfrei wie möglich zu gestalten.

„Es ist für uns selbstverständlich, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen, sie ein Stück weit in dem für sie fremden Land zu begleiten und zu versuchen, ihnen neben dem Notwendigsten, auch Mut und Hoffnung zu geben“, erklärt Marlene Lasinger die Ziele von „Misch“. Treibende Kraft hinter der Gruppe, die sich vor Ankunft der Asylwerber gebildet hatte, war und ist Felix Diesenreither. Eines war klar: Basis für alle Bemühungen ist eine funktionierende Verständigung. Und so fanden sich gleich nach dem Einzug der, großteils aus dem Iran stammenden, Asylwerber im Dezember 2015 einige Engagierte bereit, den Deutschkurs zu übernehmen.
Fünf Stunden Deutschkurs
Rund fünf Stunden pro Woche wird Deutsch „gepaukt“. Artikel und Begriffsfelder stehen heute auf dem Stundenplan. „Der Laptop, der Computer, der Maus“, trägt ein junger Mann von einem Arbeitsblatt vor. „Es heißt die Maus“, korrigiert Berthold Moser. Der pensionierte Schuldirektor ist neben Christine Gradl und Anna Kriener eine der tragenden Säulen des Unterrichts. „Das größte Problem ist das unterschiedliche Lernniveau unserer Schüler“, erklärt Moser, in dessen Unterricht es sehr humorvoll zugeht. In der fortgeschrittenen Gruppe übernehmen, wenn nötig, zwei Englisch sprechende junge Männer die Übersetzung in Farsi, das im Iran gesprochen wird. „Das ist einfach, ich war zu Hause Englischlehrer“, berichtet ein Kursteilnehmer. „Schwieriger ist es mit jenen, die unser Alphabet nicht kennen“, weiß Berhold Moser. Mit ihnen übt die Studentin Anna Kriener nebenan die Buchstaben.
Die Unterstützung für die Bewohner des von der Volkshilfe betreuten Wohnhauses geht aber über das Deutschlernen weit hinaus. Ein Fahrdienst zum Einkaufen oder zum Arztbesuch wird ebenso organisiert wie Freizeitaktivitäten und Spendenaktionen. „Freiwillige Helfer haben sogar einen Duschraum und ein WC eingebaut“, sagt Marlene Lasinger. Die Pflänzchen für den Garten beim Haus haben die Erstkommunionskinder vorbeigebracht. Auch der Kontakt zur Nachbarschaft und zu Kirche und Pfarre klappt recht gut. Mehr über die Gruppe „Misch“, über Benötigtes und darüber, wie man sonst helfen kann: http://mischoenau.jimdo.com/


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