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Im Heimathaus Schörfling ist ein verschollenes Filmjuwel über früheres Pfahlbaudorf zu sehen

Martina Ebner, 17.08.2019 07:03

SCHÖRFLING. Lange Zeit galt der Film als verschwunden – nun ist er nach langer Recherche wieder aufgetaucht: Das Heimathaus Schörfling präsentiert stolz einen Ausschnitt aus Sterbende Völker (1922, Regie: Robert Reinert), in dem das Pfahlbaudorf in Kammer zu sehen ist.

Schriftführer Markus Zeilner, Obmann Günter Bachinger und Kassier August Mayer (alle Heimathaus Schörfling, v. l.)Foto: Johanna Bachinger-Zeilner

Im August 2018 begann das Heimathaus mit den Recherchen nach der scheinbar verschwundenen letzten Kopie des Films Sterbende Völker. Der überlieferte Hinweis war, dass der Film im Zuge der Kriegswirren nach Russland gekommen sei.

Im österreichischen Filmarchiv konnte hierzu nicht geholfen werden. Daraufhin nahm das Heimathaus Schörfling Kontakt mit dem staatlichen russischen Filmarchiv (Gosfilmofond) in Moskau auf. Auch der Gosfilmofond hat keinerlei weitere Informationen zu dem in seinem Besitz befindlichen Film.

In den Archiven wurde man trotzdem fündig. Unter dem Filmtitel Sterbende Völker sind dort vier Filmrollen (35 mm, Gesamtfilmlänge: 730 Meter), die eine Kopie des Kameranegativs sind, eingelagert. Der Zustand der Filmrollen sei laut Aussage des zuständigen Mitarbeiters des Archivs mehr als schlecht, aber eine Digitalisierung des Materials erschien möglich.

Nach einem offiziellen Antrag an den Direktor und langwierigen Verhandlungen mit dem russischen Filmarchiv, die sich bis Oktober 2018 hinzogen, wurde schließlich doch die Genehmigung erteilt. Im November 2018 gelangte eine digitale Kopie des Films schließlich in den Besitz des Heimathauses.

Film ist Zusammenschnitt

Der knapp 27 Minuten dauernde Film stellte sich als ein Sammelsurium und Zusammenschnitt mehrerer Filme heraus (vermutlich drei bis vier verschiedene Werke). Diese sind ohne jegliche Vertonung und bis auf ein paar kurze kyrillische Textschnipsel ohne Untertitel. Es werden Szenen aus verschiedenen Epochen gezeigt: von der Steinzeit über das antike Mesopotamien (oder Ägypten) bis hin zur Römerzeit und Hannibals Zug über die Alpen. Eine zusammenhängende Handlung ist jedoch nicht feststellbar.

Das Pfahlbaudorf in Kammer ist lediglich ca. 20 Sekunden zu sehen und dies stark fragmentiert über den ganzen Film verteilt. „Für das Publikum des Heimathauses haben wir die 20 Sekunden zusammengefügt und stark verlangsamt, damit man es besser erkennen kann“, so Markus Zeilner, der den Film aus Russland besorgt hat.

Vorführung im Heimathaus

Es handelt sich wohl um die einzigen noch erhaltenen bewegten Bilder des Pfahlbaudorfs in Kammer. „Wer den Film sehen will, kann gerne zu unserer Sommeröffnungszeit (Mittwoch von 19 bis 20.30 Uhr), zu den Sommerspaziergängen (14-täglich) oder ganzjährig nach telefonischer Vereinbarung (0676/4316371) vorbeikommen“, lädt Günter Bachinger, Obmann des Heimathauses Schörfling, ein.


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