Update: Verhältnis mit zwölfjähriger Schülerin: Mühlviertler Lehrer suspendiert

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Mag. Melanie Mai Mag. Melanie Mai, Tips Redaktion, 18.02.2020 19:30 Uhr

SCHWERTBERG. Für Aufsehen und viel Gesprächsstoff in der Region sorgt gerade ein öffentlich gewordenes Schüler-Lehrer-Verhältnis. Ein 28-jähriger Lehrer der NMS Schwertberg wird beschuldigt, ein Verhältnis mit seiner zwölfjährigen Schülerin gehabt zu haben. Tips hat sich den Fall als erstes Medium näher angeschaut.  

Laut Bildungsdirektion OÖ sind die Aussagen von den beiden Betroffenen, Kind und Lehrer, stichhaltig und lassen wenig Zweifel über. Aus dem Büro von Bildungsdirektor Alfred Klampfer wurde bestätigt, dass der Lehrer nach Bekanntwerden des Verhältnisses sofort vom Dienst freigestellt wurde. Wie die Beziehung genau an die Öffentlichkeit kam, ist nicht bekannt.

„Da der Pflichtschullehrer ein Dienstverhältnis zur Bildungsdirektion OÖ hatte, besteht für ihn noch die Möglichkeit, sein Amt in einem anderen Bundesland auszuüben. Für die Bildungsdirektion OÖ wird der Lehrer nicht mehr wieder arbeiten, das wäre moralisch nicht vertretbar“, betont Herwig Kerschbaumer aus der Bildungsdirektion. Laut Strafrecht ist das Alter der Schülerin irrelevant, da zwischen Schülern und Lehrern ein Abhängigkeitsverhältnis steht. „Der Berufsethos und die Professionalität von Lehrern setzt voraus, dass es keine körperliche Beziehung geben darf und wenn es hier keine Trennung zwischen Beruf und privat gibt, dann ist man als Lehrer fehl am Platz“, teilt Andreas Girzikovsky, Abteilungsleiter für Schulpsychologie, mit.

Schüler-Lehrer-Beziehungen keine Seltenheit

Gründe für ein solches Schüler-Lehrer-Verhältnis sind vielfältig: „Das kann viele individuelle Gründe haben. Alle Beteiligten wissen, dass man das nicht tun sollte und dass es falsch ist – aber man rechnet damit, dass es nie aufkommt. Im Schulbereich ist es oft ein Ansporn, dass man von Jüngeren wahrgenommen und als attraktiv empfunden wird. Aus Schülersicht spielt auch die Zurschaustellung von körperlichen Reizen eine Rolle, um so von der schulischen Leistung abzulenken. So kommt dann oft der Ball ins Rollen und eine Lawine entsteht“, so Girzikovsky. Weiter sagt er: „Grundsätzlich gibt es immer wieder Schüler-Lehrer-Beziehungen. Aber natürlich eher in höheren Schulen. Manchmal geht das sogar bis zur Heirat. Allerdings sind das sehr problematische Beziehungen: Zum einen ist der Altersunterschied oft groß und die Entstehungsgeschichte ist problematisch und es ist keine Beziehung auf Augenhöhe.“

Kein Gerichtsverfahren

Laut der Staatsanwaltschaft Linz wird kein Gerichtsverfahren eingeleitet, da „kein Anfangsverdacht für ein strafrechtliches Delikt“ vorliegt. „Nur als Beispiel: Küssen etwa wäre keine geschlechtliche Handlung“, so Staatsanwältin Ulrike Breiteneder von der Pressestelle.

Die Direktorin der NMS Schwertberg, Martina Stummer, teilte uns auf Anfrage mit, dass sie kein Statement abgibt.

Update: „Wird in keinem Bundesland mehr tätig sein“

Auch aus dem Büro von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) kam eine Stellungnahme zu dem Vorfall in Schwertberg: „Hier wurde eindeutig eine Grenze überschritten. Für solche Vorfälle haben wir null Toleranz. Für uns ist klar, dass der suspendierte Lehrer auch in keinem anderen Bundesland mehr tätig werden kann. Wir sehen auch die Gewerkschaft gefordert, sich mit solchen Fälle auseinanderzusetzen und hier klar Stellung zu beziehen.“

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Kommentare

  1. Frank 331
    Frank 33121.02.2020 16:52 Uhr

    Nicht alles was moralisch bedenklich oder sogar verwerflich - An die empörten Moralapostel (der Gerechtigkeitspartei)! Ja, ein Kuss ist bei uns per Gesetz KEINE geschlechtliche Handlung, sonst wäre es auch verboten seine Frau in der Öffentlichkeit zu küssen! Es gibt allerdings Länder in denen dies verboten ist, dort würde allerdings das Mädchen bestraft und nicht der Lehrer! Wollt Ihr dort leben? Nicht alles was moralisch bedenklich oder sogar verwerflich ist, ist eine Straftat, zum Glück für H.C. Strache. Es ist allerdings eine Straftat ein Flüchtlingslager abzufackeln, genauso wie ein FPÖ Parteilokal, auch wenn die moralische Verwerflichkeit dabei scheinbar differenziert bewertet wird! Empört Euch, aber denkt auch mal darüber nach!

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