„Ein Umdenken ist gefordert“
SPITAL AM PYHRN. Ortsbauernobmann Herbert Bauer aus Spital am Pyhrn fordert ein Umdenken bei Konsumenten, Handel und Politik.

Noch rund 100 landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Spital am Pyhrn, viele davon werden im Nebenerwerb geführt. Die Landwirtschaft zeichnet sich durch Grünlandgebiete aus und ist sehr klein strukturiert. „Wenn sich die politischen Rahmenbedingungen – steigende Auflagen und weniger Förderung – nicht ändern, werden sicherlich viele das Handtuch werfen. Dann werden viele Streuflächen nicht mehr bewirtschaftet und sie verwalden“, blickt Ortsbauernobmann Herbert Bauer in die Zukunft, „der Milchpreis ist komplett im Keller. Konsumenten und Handel wollen Lebensmittel zum geringsten Preis. Ein Umdenken ist nötig“, ist sich der Vater von drei Söhnen sicher, sonst „sind das keine rosigen Perspektiven für die Jugend, um weiterzumachen.“
100.000-Liter-Kuh gezüchtet
Herbert Bauer arbeitet Teilzeit für den Maschinenring und führt mit seiner Frau Traudi einen Milchviehbetrieb mit 20 Kühen und weiblicher Nachzucht. Zehn Jungtiere werden auf die Hofalm aufgetrieben. Die Familie ist stolz, dass aus ihrer eigenen Nachzucht eine 100.000-Liter-Kuh hervorgegangen ist. „Omsi“ ist 14 Jahre alt und hat zwölf Kälber bekommen.
Herbert Bauer ist seit 2011 Ortsbauernobmann von Spital am Pyhrn. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit in der Bauernschaft im Garstnertal, was zu einem guten Gelingen unserer Veranstaltungen beiträgt“, so der Ortsbauernobmann. Dazu zählen Bauernwandertag, Mostkost, Eisstockschießen und Skitour.
Der 44-Jährige ist sehr aktiv im Ort. Feuerwehr, Jägerschaft und auch der Gemeinderat können auf ihn zählen. „Es herrscht eine Politik-Verdrossenheit in der Bauernschaft, da ist es gut, wenn ich die Bauern in der Gemeinde vertreten kann. Ein Thema ist derzeit die Öffnung der Forststraßen für Mountainbiker, ich vertrete die Interessen der Grundeigentümer“, so der Milchbauer, der selbst enttäuscht ist, „traurig stimmt mich die Politik von oben. Der Wachstum wird gefordert, wodurch die klein strukturierte Landwirtschaft, mit der immer geworben wird, verloren geht.“ Auch seine Frau Traudi ist überzeugt: „Wirtschaft und Handel schaffen an, das läuft in die falsche Richtung.“
Verhalten in der Natur
Ein weiteres Anliegen ist dem Ortsbauernobmann das richtige Verhalten in der Natur. „Hundekot und Müll werden oft in den Wiesen liegen gelassen. Am Müll können die Tiere sterben und der Hundekot ist nicht nur für die Verdauung schlecht, sondern enthält Viren, die Fehl- und Frühgeburten bei den Rindern fördern. In Spital wurden vor zwei Jahren Stationen aufgebaut, wo der Hundekot zu entsorgen ist. Das soll auch genutzt werden“, fordert Herbert Bauer: „Das Bewusstsein, wie man mit der Natur umgeht, geht immer mehr verloren. Deshalb ist schon in der Schule viel Aufklärungsarbeit nötig.“


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