Tiergestützte Pädagogik: Über Soziales Lernen und tiergestützte Intervention
ST. ANTON/JESSNITZ. Ein Pferd mit bunten Post-its in der Mähne mit einem ausgeglichenen Nachhilfeschülerin im Sattel – der erste Eindruck beim Besuch der „Akademie Wintereck“. Neben Lern-, Legasthenie- und Dyskalkolietraining stehen hier auch Schule am Bauernhof, Tiergestützte Intervention und Reitpädagogik am Programm.

Leona sitzt im Sattel von „kleiner Donner“ und erzählt vom vergangenen Lerntraining, dass soeben hinter ihr liegt. Gerechnet wurde auf einem Pony, dass nun, nach der Einheit von Leona noch versorgt wird.
„Mit der Gründung der Akademie Wintereck - Vereine zur Förderung von LebensBildung, Sozialem Wirken und natürlichem Lernen mit Tieren und der Natur erfüllte sich für mich ein Herzenswunsch“, erzählt Präsidentin Kathrin Müllauer. „Ich habe mit 12 Jahren das Buch „Pferde als Heiler“ gelesen und seit dem weiß ich, dass ich so arbeiten will“, erzählt die heute 37-jährige zertifizierte Fachkraft für tiergestützte Interventionen.
Neben Kathrin Müllauer gründete ihr Ehemann Josef den „Lebens(T)raum Bauernhof – Förderverein zur Erhaltung und Belebung von Natur, Gesundheit und der ländlichen, bäuerlichen Kultur“
Projekttage am Bauernhof
„Neben Lerntrainings am Pferd finden an der Akademie Wintereck speziell im Sommer Pferde- und Bauerhofprojekttage, Englisch Projekttage und vieles mehr statt. Ich sehe tagtäglich, dass Kinder mit Unterstützung der Tiere vieles leichter erlernen können. Tiere schulen unsere Wahrnehmung, helfen uns unsere Gefühle zu regulieren, geben uns Geborgenheit, lehren uns Verantwortung zu übernehmen und vieles mehr. Alle unserer Tiere am Bauernhof sind TGI zertifiziert, sogar die Kaninchen“, erzählt Müllauer mit einem Lächeln im Gesicht.
„Während den Bauernhof und Pferde-Projekttagen dreht sich spielerisch alles um die Tiere. Am Hof haben wir Hühner, Kaninchen, Schafe, Pferde und Schweine – allesamt zertifizierte Therapietiere. Diese werden morgens begrüßt und versorgt, danach begegnen sich die Tiere und die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Dabei steht auch die Frage danach, was Tiere brauchen, 'um wirklich glücklich zu sein', im Raum“. Es stehen Hindernisparkours hoch zu Ross und Eierlaufen am Programm, wie auch, dass kleiner Donner in ein buntes Einhorn verwandelt wird. Darüber hinaus gebe ich Informationen zum Alltag auf dem Bauernhof“, so Müllauer über die Projekttage am Bauernhof.
Verbindung zur Natur
„Ich war schon immer ein Naturmensch und habe meine Kindheit in Saudiarabien verbracht, ehe ich mit meiner Familie wieder nach Steyr kam und mich die Liebe nach St. Anton verschlug. Bereits mit 22 Jahren absolvierte ich die Ausbildung zur Reitpädagogin und hatte damals schon den Plan mit einem Studium zu beginnen. Ich arbeitete eine Zeit lang mit psychisch erkrankten Menschen, absolvierte die Ausbildung zur Fachbetreuerin für psychosoziale Dienste und schloss unter anderem 2015 die Ausbildung für Tiergestützte Intervention am Bauernhof, sowie die der diplomierten Lern-, Leasthenie- und Dyskalkulietrainerin ab“, erzählt Kathrin Müllauer einige Stationen aus ihrem beruflichen Werdegang.
„Mein Vorhaben den Master of Social Work zu machen, werde ich in nächster Zeit in die Realität umsetzen“, erzählt Kathrin Müllauer abschließend über ihre nächsten Ziele im Bereich Ausbildung.


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