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ST. GEORGEN/GUSEN/LINZ. Durch die beeindruckenden Schilderungen von Überlebenden und nicht zuletzt durch die Aktivitäten der „Plattform Johann Gruber“ und des „Papa Gruber Kreises“ (www.johann-gruber.at) rückte Johann Gruber zunehmend ins Licht der Öffentlichkeit.

Darsteller Franz Froschauer
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Es ist der Plattform nun gelungen ein Theaterstück über Johann Gruber bei dem Schriftsteller Thomas Baum in Auftrag zu geben und unter Mitwirkung des Schauspielers und Regisseurs Franz Froschauer zu realisieren. Das Stück bietet die Möglichkeit, sich mit den zeitgeschichtlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und den Bogen in die Gegenwart zu spannen.

Der Fall Gruber: Uraufführung im Linzer Mariendom

Die Aufführung findet kurz vor der Neugestaltung des Innenraums im einzigartigen Ambiente des leergeräumten Doms statt. Christoph Freudenthaler, Obmann des Vereins Plattform Johann Gruber und Vorsitzender des Fachausschusses Papa Gruber der Pfarre St. Georgen/Gusen: „Für uns war es ein Anliegen, dass die Premiere dieses Theaterstückes im Linzer Dom stattfindet. Damit rückt Johann Gruber symbolisch an jenen Ort in die Erinnerung der Öffentlichkeit, an dem er am 27. Juli 1913 die Priesterweihe erhielt, übrigens zu einer Zeit, als der Dom noch in Bau war. Der „leergeräumte Dom“ ist ein historischer Anblick, der eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt, die womöglich zu den „Baustellen“ Johann Grubers ganz gut passen wird. Sein radikal soziales Wirken, seine Fürsorge und seine Zivilcourage - das Leben von Johann Gruber soll mit diesem Theaterstück auch für uns heute lebendig werden, damit wir daraus für die Gegenwart lernen.“

Theaterstück für Kirchen

Ab Herbst 2017 wird dieses Theaterstück auch als Gastspiel angeboten. Das Theaterstück wurde speziell für Kirchen als Spielort konzipiert. Es kann daher von Veranstaltungsträgern, Pfarren und örtlichen Bildungswerken für die jeweiligen Kirchen gebucht werden. Preis: 4000 Euro zuzüglich 13 Prozent Umsatzsteuer. Mehr Informationen unter  www.franzfroschauer.com oder franz.froschauer@aon.at

Der Fall Gruber

Theaterstück von Thomas Baum

Uraufführung, Samstag,  24. Juni 2017, 20.30 Uhr, Linzer Mariendom.

Folgeveranstaltung, Sonntag, 25. Juni, 20.30 Uhr, Linzer Mariendom.

(Karten: € 29,- Domcenter Linz oder www.oeticket.at.; 10% Ermäßigung für Abonnenten der Linzer Kirchenzeitung und Inhaber der AK Leistungscard).

mit

Katharina Bigus, Franz Froschauer, Tanja Jetzinger, Alois Kreuzwieser,

Anna Valentina Lebeda,  Andreas Puehringer,

Inszenierung: Franz Froschauer

Musik: Peter Androsch, Dramaturgie: Franz Huber

INFO

Dr. Johann Gruber, Schutzhäftling Nr. 43050

Johann Gruber zählt zu den bedeutendsten Widerstandskämpfern Österreichs. Der Priester und begnadete Reformpädagoge vertrat konsequent seine Überzeugungen,  wollte verändern und erneuern. Dafür wurde er angefeindet und verurteilt. 

Als Direktor der Linzer Blindenanstalt wurde er am 10. Mai 1938 wegen seiner Ablehnung des Nationalsozialismus und wegen eines angeblichen Sittlichkeitsdelikts - dahingehend wurde Johann Gruber am 7. Jänner 2016 vom Strafgericht Wien vollständig rehabilitiert - von der Gestapo verhaftet. Er kam ins Konzentrationslager Dachau und wurde schließlich ins Konzentrationslager Gusen überstellt. Johann Gruber hat nach Schilderung der Häftlinge vielen Menschen in Gusen das Leben gerettet und wird von den Überlebenden als „Engel in der Hölle von Gusen“ verehrt. Wegen seiner historischen Fachkenntnisse wurde er bei Grabungen nach archäologischen Funden eingesetzt, was ihm Freiräume und Ausgänge verschaffte. Gruber nutzte sie, um ein Hilfswerk aufzubauen. Für die halbverhungerten Mithäftlinge organisierte er zusätzlich Suppe, die vielen das Leben rettete.  Es gelang ihm auch, Nachrichten aus dem Lager zu schmuggeln. Nachdem diese von der Gestapo entdeckt wurden, unterzog ihn Lagerkommandant Seidler grausamsten Foltermethoden, an denen Johann Gruber nach drei Tagen verstarb.


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