Schutz und Verbesserung der Lebensqualität
ST. GEORGEN AN DER GUSEN. In der flächenmäßig kleinsten Gemeinde im Bezirk Perg fanden große Erdbewegungen statt. Das Ortszentrum gewinnt durch den Hochwasserschutz zusätzlich Grünraum und sichere Wege.

140.000 m³ Erdreich wurden ausgebaggert, 25.000 m³ Steine gelegt. Noch sind Baustellengeräte und -fahrzeuge im Einsatz, doch noch in diesem Jahr werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Naturnahe Maßnahmen wurden gesetzt, Uferböschungen gesichert und die Flusssohle tiefer gelegt. Das Ortsbild von St. Georgen wird entlang der Gusen nach restlichen Renaturierungsmaßnahmen bis zum Frühjahr 2016 noch zusätzlich an Attraktivität gewonnen haben. “Durch den Gusenhochwasserschutz auf einer Länge von zirka zwei Kilometern erhält die Gusen rund fünf Hektar zusätzlichen Grünraum. Der Bereich erstreckt sich von von der Einmündung des Kohlstattbaches bei der „Gusenhütte“ bis zur Wimmingerbrücke quer durch das gesamte Ortsgebiet und wird einen 100-jährigen Hochwasserschutz im gesamten Ortszentrum bieten,“ freut sich Bürgermeister Erich Wahl sichtlich über dieses gelungene Projekt.
Verbesserte Lebensqualität und Sicherheit
Die erforderlichen Maßnahmen für den Hochwasserschutz wurden hier als Gestaltungsmöglichkeit für ein Naherholungsgebiet im Zentrum genutzt. „Man kann von der Knollmühle bis nach Wimming die Gusen entlang spazieren. An der Dammkrone vom Marktplatz weg bis zur Wimmingerbrücke wird ein Geh- und Fitnessweg sein, der beleuchtet ist,“ sagt der Ortschef. Neu errichtete Stege stellen eine wesentliche Verbesserung für Fußgänger im Zentralraum dar, verkürzen Schulwege und machen sie sicherer. Im Zuge der Umsetzung des Hochwasserschutzes wurde vorausschauend auch die Kanalisation an den derzeitigen Stand der Technik angepasst. Die Gesamtkosten des Projektes in diesem Bereich werden bei acht Millionen Euro liegen. „Die Finanzierung steht und ist auch gut abgesichert. Die Mittel werden zu rund 40 Prozent vom Bund, 40 Prozent vom Land und 20 Prozent von der Gemeinde getragen.“
INFO
Hochwasserschutz hat in der Marktgemeinde St.Georgen an der Gusen Priorität und ist in verschiedene Projekte aufgeteilt.
Hochwasserschutz Gusen – Marktbereich: Dieses Projekt soll den direkten Marktbereich von St.Georgen/Gusen von der Einmündung des Kohlstattbaches bis zur Wimmingerbrücke vor „100-jährigen Hochwässern“ schützen. Länge cirka zwei Kilometer. Gesamtkosten rund acht Millionen Euro. (Finanzierung: rund 40 Prozent Bund, 40 Prozent Land Oberösterreich und 20 Prozent Gemeinde; wobei der Bund 1,2 Millionen „nicht förderbare“ Anteile rausgenommen hat. Nicht förderbare Kosten sind beispielsweise Grundstücksaufwertungen, die bei eventuellen Verkäufen der Gemeinde zufließen würden.)
Hinterlandentwässerung Siedlungsstraße: Dieses Projekt schützt vor Hochwasserereignissen im Bereich Frankenbergerstraße, Siedlungsstraße, Turnerweg und Schulstraße und hat sich bereits bei mehreren Starkregenereignissen bewährt.
Köhlerweg – Kohlstattbach: Gemeinsam mit der Marktgemeinde Luftenberg wurde ein Regenrückhaltebecken im Bereich Köhlerweg errichtet. Bis auf geringe Restarbeiten ist auch dieses Projekt abgeschlossen.
Hochwasserschutz Donau: Das Projekt „100-jähriger Schutz vor Donauhochwässern“ wird vom Wasserverband „St.Georgener-Bucht“ betrieben. Die Marktgemeinde St.Georgen/Gusen ist Mitglied dieses Wasserverbandes. Das Gebiet reicht von der Wimmingerbrücke bis zur Gemeindegrenze südlich des Heizwerkes. Dieses Projekt befindet sich derzeit in der Detailplanungs- und Finanzierungsphase.


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