Wanderausstellung "Hochwasser -20 %": Mit Wasser-Partys auf Tour, um Bewusstsein zu schärfen
BEZIRK/ST. GEORGEN AN DER GUSEN. Ausgehend von regionalen Initiativen aus den Anrainergemeinden der Gusen und der Aist, tourt derzeit eine Wanderausstellung zum Thema Hochwasserschutz durch die Gemeinden, die sich mit alternativen und nachhaltigen Lösungsansätzen beschäftigt.

Die Mitglieder der regionalen Initiativen, die unter dem gemeinsamen Vereinsnamen DV Donau eV diese Ausstellung „Hochwasser –20 %“ konzipiert haben, gehen davon aus, dass viele Ursachen, die zu den starken Hochwässern führen, durch eine Vielzahl kleiner Maßnahmen beseitigt werden können. Gegen technische Hochwasserschutzbauten will man damit aber nicht rebellieren, sondern vielmehr ein Umdenken herbeiführen und zeigen, dass jeder Einzelne, ob Privatperson, Unternehmer oder Landwirt, etwas beitragen kann.
„Irgendwann ist auch die Grenze jedes Hochwasserschutzes erreicht. Dann wurde viel Geld investiert und es hat doch nicht gereicht“, so Harald Kutzenberger, der die Ausstellung gemeinsam mit seinen Kollegen aufbereitet hat. „Das Problem ist, dass der Hochwasserschutz, die Raumordnung und die Landwirtschaft von der Zuständigkeit her nicht zusammenlaufen.“
Wiesen, Tümpel und Dächer als nützliche Wasserfänge
„Ich vergleiche den Wasserhaushalt mit einer Raucherlunge. Es wurden z. B. viele Retentionsbecken trockengelegt, um dort anzubauen, und das Wasser kommt nun durch ein schmales Rohr heraus“, gibt Kutzenberger zu bedenken, „das kann sich nicht ausgehen.“ Das Potenzial, um Wasser zurückzuhalten, sei leider nur zu einem ganz kleinen Teil genutzt. In vielen Bereichen könnten mit einfachen Maßnahmen hier Optimierungen durchgeführt und damit die Wassermengen bei Stark- regen um vieles minimiert werden. In der Ausstellung werden viele realistische Ansatzpunkte beschrieben. Diese reichen von der Begrünung von „brach liegenden“ Dachflächen über das Öffnen von verrohrten Quellbächen, die Verflachung von Uferbereichen, die Schaffung kleiner Tümpel und das Neuanlegen von Sümpfen und Feuchtwiesen bis hin zur Bestandsumwandlung von Fichtenforsten. „Wenn in jeder Gemeinde überlegt wird, welche Potenziale es gibt, und dort was getan wird, wo es leicht möglich ist, dann ist das schon sehr viel“, sind Kutzenberger und Vereinsobmann Gottlieb Soriat überzeugt.
Die Informationen der Ausstellung sollen als Anregung und die Broschüren als „Pixie-Bücher“ der Vorsorgeplanung dienen. Die Ausstellung kann zeitgleich an mehreren Standorten gezeigt werden, vorrangige Zielgruppen sind dabei Schulen und Gemeinden. Zusätzlich können auch Begehungen in den Gemeinden angeboten werden. Als nächstes wird die Ausstellung in Mitterkirchen zu Gast sein.
Bei Interesse oder Fragen kann man sich an Josef Engelmann wenden, Tel. 0664/2566030 oder per E-Mail an: info@hochwasser-20.com


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12.05.2016 16:05
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