Das große Meckern: Ziegenhaltung erlebt Aufschwung
ST. JOHANN/KOLLERSCHLAG. Mehr Rinder als Menschen leben im Bezirk Rohrbach. Gut 67.000 sind es derzeit. Der Ziegenbestand schaut dagegen mit knapp 2400 Tieren eher mager aus, aber auch dieser ist im Aufschwung. Andrea und Maximilian Weglehner-Pilgerstorfer haben vor rund zehn Jahren auf Ziegenhaltung umgestellt und sind damit recht zufrieden, wie sie bei einem Besuch auf ihrem Ziegenhof erzählen.

Als das aus dem Bezirk Freistadt stammende Paar vor 18 Jahren den Hof in St. Johann übernommen hat, haben sie bald eine Alternative zur Rinderhaltung gesucht. Bei den Ziegen sind sie schließlich hängen geblieben. „Wir haben einmal beim Melken zugeschaut und waren gleich fasziniert“, erinnern sich Andrea und Maximilian Weglehner-Pilgerstorfer.
Wollen Familienbetrieb bleiben
Mit 33 Tieren haben sie im Jahr 2006 begonnen – mittlerweile sind es 177 Ziegen, die gemolken werden, geworden; dazu kommen zahlreiche Jungtiere. „Das passt für einen Familienbetrieb, weiter wachsen wollen wir nicht mehr“, sagen die beiden. Sie gehören ohnehin schon zu den größten Ziegenbetrieben im Bezirk Rohrbach. Denn obwohl auf insgesamt 143 Höfen 2400 Ziegen gehalten werden, machen dies nur etwa 15 hauptberuflich.
Vermarktung über Genossenschaft
Der Arbeitsaufwand ist vergleichbar mit dem bei Kühen: Morgens und abends wird am Melkstand gemolken; die Tiere sind in einem Offenstall untergebracht, wo sie das ganze Jahr hindurch einen großen Auslauf haben und auch gleich auf die Weide können. „Im Winter sind sie selbst bei minus 20 Grad draußen, nur wenn es so heiß ist, bleiben sie lieber im Stall“, erzählen die Landwirte.
Vermarktet wird die Ziegenmilch über die Biogenossenschaft Stift Schlierbach, wo der Hansinger auch selbst im Aufsichtsrat aktiv ist. Ein Teil wird auch zu Käse verarbeitet und über Geschäfte und den Lagerhausmarkt verkauft. Und natürlich wird in der sechsköpfigen Familie mit Kindern zwischen 12 und 18 Jahren nur Ziegenmilch verwendet – da kommt keine Kuhmilch mehr auf den Tisch.
Neuer Betrieb
Ein weiterer Vollerwerbs-Ziegenhof ist in Kollerschlag im Entstehen: Hier hat Petra Stadler den elterlichen Hof in Tuschetsedt von Kuhmilch auf Bio-Ziegen-Heumilch umgestellt und im Vorjahr die Stallungen neu gebaut. Derzeit wird die Milch von 52 Ziegen nach Schlierbach geliefert, nächstes Jahr soll der Vollbetrieb mit 200 Ziegen erreicht werden. Aufzucht und Nachzucht wird ebenfalls im eigenen Betrieb geschehen. Am Donnerstag lädt der Ziegenhof Stadler übrigens Kinder zum Besuch ein (Anmeldung: Tel. 0664/1762 722).








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