Per Crowdfunding zu den Olympischen Spielen: Schirennläuferin sammelt online Geld
ST. JOHANN. Wenn am 9. Februar die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (Südchorea) eröffnet werden, dann läuft auch ein „Mühlviertler Mädl“ mit ein. Sabrina Wanjiku Simader (19), aufgewachsen in St. Johann, startet als erste Schirennläuferin für ihr Geburtsland Kenia beim Riesentorlauf und Super-G. Um die große Reise zu finanzieren, sucht sie noch Unterstützung – jeder Cent zählt!

Die Mama ist natürlich super stolz, die Hansinger erst recht auf „ihre“ Sabrina, die schließlich auf dem Hansberg ihre ersten Schwünge im Schnee zog. Ihre Mutter Sarah war der Liebe wegen von Afrika ins tiefste Mühlviertel gekommen – und sollte dort auch bleiben, bis Sabrina in die Schihauptschule nach Schladming gekommen ist.
Heimatgefühle
Der Hansberg und St. Johann sind das, was sie als „erste Heimat nach Kenia“ bezeichnet: „Da bin ich groß geworden, da kommen Heimatgefühle auf und auch der Fanclub vom Hansberg, mit dem ich noch immer in Kontakt stehe, ist eine wichtige Basis für mich. Und dann sind da noch meine Nichten und Neffen und vor allem meine beste Freundin Marlene, die ich allesamt mittlerweile viel zu selten sehe, aber da hilft mir die moderne Technik über den größten Trennungsschmerz hinweg.“
WM-Debüt im Vorjahr
Als erste kenianische Schirennläuferin kam sie vor allem bei ihrem WM-Debüt in St. Moritz im Vorjahr in die Schlagzeilen. Nun aber steht der nächste große Schritt für sie an: die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. „Ich bereite mich intensiv darauf vor, natürlich mit vielen Rennen und einem hohen Trainingsaufwand. Auch organisatorisch bleibt vieles an mir und meinem Team hängen, was bei anderen Rennläufern der Schiverband übernimmt.“
Finanzieller Kraftakt
Auch finanziell stellt die Reise nach Südkorea für sie und ihr Team einen Kraftakt dar, denn auch hier greift kein Schiverband unter die Arme. Und deshalb will Sabrina per Crowdfunding auf der Internet-Plattform „I believe in you“ (“Ich glaube an dich“) die Summe von 11.111 Euro erreichen. „Wir wollen damit die Reisekosten für meine Mama nach Korea finanzieren, dazu noch Übergepäck und diverse Reisekosten nach Pyeongchang, Verpflegung, Aufenthaltskosten und Miete für Trainingsausrüstung. Der Rest soll für Flugreisekosten zu weiter entfernten Rennen verwendet werden, denn bisher kann ich nur an Rennen teilnehmen, die mit dem Teambus erreichbar sind“, so Sabrina Simader.
Sauberes Wasser für Kenia
Auch ihr Geburtsland Kenia soll von der Spendenaktion profitieren: Ist die Marke von 7777 Euro geknackt, werden zehn Geräte zur Wasserdesinfektion durch Solarenergie in kenianische Dörfer geschickt.
So rückt der olympische Traum für Sabrina in greifbare Nähe. Ihr persönliches Ziel für Olympia lautet aber nicht „Dabei sein ist alles“: „Das ist mir persönlich zu wenig. Ich habe mir vorgenommen, auch bei dem Riesen-Event locker reinzugehen und am Boden zu bleiben und richtig Gas zu geben. Zwischen Rang 30 und 40 reinzufahren wär' schon super.“


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