St. Johann will mit Verein neuen Nahversorger im Ort aufbauen

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Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 21.01.2020 11:10 Uhr

ST. JOHANN. Mit Hilfe eines Vereins will St. Johann seine Nahversorgung auf neue Beine stellen. Die groben Rahmenbedingungen stehen fest und wurden letzte Woche der interessierten Bevölkerung präsentiert.

2018 sperrte der letzte Nahversorger zu, seither macht man sich in St. Johann im Rahmen eines Agenda 21-Prozesses Gedanken um die Zukunft der örtlichen Versorgung mit den Dingen des täglichen Lebens. „Wir sind ganz klar überversorgt“, ist der – eigentlich kuriose – Grund, warum es ein Geschäft in St. Johann nicht so leicht hat, das erklärt Amtsleiter Josef Hinterhölzl. Er meint damit die relativ nahen Supermärkte in St. Peter und St. Johann. Dennoch will man nicht für jedes Packerl Milch ins Auto steigen müssen. Eine zwischenzeitliche Lösung mit sogenannten „Gai-Fahrern“ – also mobilen Bäckern, etc. – wurde zwar teilweise ganz gut angenommen, „das ersetzt aber kein Geschäft“, ist sich auch Bürgermeister Albert Stürmer bewusst. Mittlerweile hat sich im Zuge des Prozesses schon einiges herauskristallisiert.

Geschäftslokal wird frei

Ein eventueller Standort wäre bereits ins Auge gefasst. Das Waffengeschäft Hofer plant einen Neubau im ortseigenen Gewerbegebiet, das rund 80 Quadratmeter große Geschäftslokal im Zentrum wäre voraussichtlich Ende des Jahres frei. „Wenn wir schnell sind, könnte sich eine Eröffnung für ein neues, kleines Geschäft schon im Sommer 2021 ausgehen“, ist Albert Stürmer zuversichtlich. Und für die „Marktleitung“ hat sich bereits eine junge Interessentin gemeldet.

Das Geschäft selber solle dann auf dem Schwerpunkt Bio und Regional aufgebaut sein: „Wir sind uns bewusst, dass es kein Sortiment wie in einem Supermarkt sein wird und auch nicht sein kann, denn damit wären wir nicht konkurrenzfähig. Wir wollen uns schon ein wenig spezialisieren, sodass es gute Gründe gibt, warum man hier einkaufen geht“, erklärt der Amtsleiter. Um die Öffnungszeiten attraktiv zu gestalten, könne man sich auch ein Zutrittssystem via Karte vorstellen, sodass Vereinsmitglieder rund um die Uhr in „ihrem“ Geschäft einkaufen können.

Für 80 Prozent ist Nahversorgung im Ort wichtig

Ein Fragebogen wurde bereits an die 399 Haushalte ausgeschickt. Darin kristallisierte sich ganz klar heraus: „Für 80 Prozent ist die Nahversorgung im Ort mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfes sehr wichtig oder eher wichtig. Das spornt uns an, weiterzumachen“, freut sich der Bürgermeister und sieht es gleichzeitig so: „Genauso, wie sich Städte heutzutage Kultur leisten, so ist in kleinen Orten ein Nahversorger ein Muss.“

Der Infoabend für die Bevölkerung am Freitag war jedenfalls gut besucht. Aufgrund des guten Echos folgt nun die Vereinsgründung, wozu dringend Mitglieder und vor allem Funktionäre gesucht werden. Andererseits werden Details für eine Bausteinaktion ausgearbeitet, die der Finanzierung des Projektes dient. Gerne nimmt das Gemeindeamt die Daten entgegen, persönlich, schriftlich oder digital.

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