Amtsleiter a. D. blickt zurück: "Schau ma amoi" war eine gute Antwort
ST. LEONHARD. „Momentan kommt es mir noch so vor wie Urlaub“, sagt Walter Hackl. Nur der Schlüsselbund, mit dem er jahrzehntelang alle Gemeinde-Schlösser aufgesperrt hat, klimpert nicht mehr in seiner Tasche. Das erinnert den Amtsleiter daran, dass er seit Ende Februar in Pension ist.

46 Jahre und sieben Monate stand Walter Hackl im Dienst der Gemeinde – er kannte und kennt sie wie seine Westentasche. Dabei war ihm die Beamtenlaufbahn nicht vorgegeben gewesen. Die Weichen dafür gestellt hatte, für den in der Ortschaft Haid aufgewachsenen Wirtssohn, mit sieben Geschwistern, ein Schreibmaschinen-Kurs in der Gutauer Hauptschule. „Der Vater hat halt einmal mit dem damaligen Gemeindeamtsleiter geredet, ob nicht ein Posten frei wäre.“ „Kimst hoit amoi“, hatte dieser zu Walter Hackl gesagt. Am 1. August 1969 trat er in den Gemeindedienst ein. Von da an ergab Eines das Andere: Ausbildung, Vertragsdienst, Beamtenprüfung, Standesbeamter. „Ich bin quasi dank meiner Vorgesetzten in die gesamte Verwaltung hineingerutscht, und später auch in die Mühlviertler Alm“, erinnert sich der Jung-Pensionist, der 1979 seine Eva heiratete. Sie schenkte ihm zwei Söhne.
Wochenend-Wirt
Dass es sich im Wirtshaus leichter redet, erfuhr Walter Hackl als „Wochenend-Wirt“ im Gasthaus zur Post seiner Schwiegermutter. „Bis 2013 hab ich dort ausgeschenkt. Und oft hat es geheißen: „I hätt eh was zu reden mit dir, da brauch i net auf die Gemeinde gehen.“ Das hat mir aber nie was ausgemacht, viele Probleme habe ich so schon im Vorfeld lösen können“, sagt Walter Hackl. Insgesamt 23 Jahre lang tat er dies als Leiter des Marktgemeindeamtes.
Was sich während seiner Dienstzeit geändert hat? „Die Wartezeiten haben sich verkürzt, zum Beispiel beim Reisepass. Die Leute sind ungeduldiger, manche drohen gleich mit dem Rechtsanwalt, zugleich sind die Anforderungen an die Beamten gestiegen – man sollte selber schon fast Jurist sein“, sieht Hackl die Veränderungen durchaus kritisch. Stolz kann er darauf sein, dass es ihm trotzdem fast immer gelungen ist, Konflikte zu entschärfen. „Zuhören, die Sorgen der Leute wahrnehmen, das war mir wichtig. Eine gute Antwort war „Schau ma amoi, i moch mi schlau, dann red ma wieder“.“
Gelungene Projekte
Schlau gemacht hat sich Walter Hackl stets zum Wohl der Gemeinde. Davon zeugen nicht zuletzt gelungene Projekte wie die Sanierung von Volks- und Hauptschule, die sensible Neuerrichtung des Friedhofs sowie große Brocken wie Straßen- und Kanalbau und Wasserversorgung. Auch die Bücherei im betreuten Wohnen war ihm ein Herzensanliegen. „Mit guten persönlichen Kontakten zu den zuständigen Landesdienststellen hat sich da Vieles ein wenig leichter machen lassen „, sagt der Leonharder mit verschmitzem Lächeln.
Dass aus seiner Pension kein Ruhestand wird, dafür sorgen Hackls vielfältiges Engagement bei den örtlichen Vereinen und seine Hobbies. Enkerl besuchen, mit seiner Frau reisen (“jedes Jahr einmal ans Meer, wenn“s geht“), fotografieren und Rad fahren stehen auf der Prioritätenliste ganz oben.


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