Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Landwirtschaftsmeister: "Es ist nie verkehrt, den eigenen Betrieb zu durchleuchten!"

Mag. Claudia Greindl, 14.07.2017 07:15

ST. LEONHARD. Schon als Bub ist es für Berthold Kern festgestanden: „Ich werde Bauer.“ Den Hof der Eltern, die Haidmühle, hat der heute 27-Jährige tatsächlich übernommen. Heuer folgte nun die landwirtschaftliche Meisterprüfung – mit Auszeichnung.

  1 / 2   Berthold Kern aus St. Leonhard ist einer von zwölf Absolventen des landwirtschaftlichen Meisterkurses in Freistadt. Stellvertretend für alle Teilnehmer schildert er im Tips-Gespräch, was die Ausbildung für den eigenen Betrieb bringt.

„Ich wäre sauer gewesen, wenn ich unseren Hof nicht bekomme hätte“, betont der junge Landwirt, dass er dem Bauernstand mit Leib und Seele verbunden ist. Neun Milchkühe stehen in seinem Stall, zu bewirtschaften sind 19 Hektar Grund, davon acht Hektar Wald. Die Tiere stehen im Anbindestall und genießen 180 Tage Weidehaltung im Jahr. Für den Vollerwerb ist der Betrieb zu klein – das ist für Berthold Kern allerdings kein Grund, sich nicht gründlich aus- und weiterzubilden. Nach der Pflichtschule absolvierte er die Landwirtschaftliche Fachschule Freistadt.

Flexibel trotz Doppelbelastung

Es folgte eine Lehre als Maschinenbautechniker. „Ein Beruf, der mir bei Reparaturen daheim sehr zugute kommt“, sagt der 27-Jährige, der bei der Firma Hochedlinger in Schönau beschäftigt ist. Die Doppelbelastung Beruf-Bauernhof nimmt er gerne in Kauf. „Ich habe ja gewusst, was auf mich zukommt, und meine Eltern Christine und Johann unterstützen mich kräftig bei der Arbeit“, meint er. Dass der Arbeitsplatz nah ist, mache ihn zusätzlich flexibel. Auch Kerns Partnerin Katharina steht der Landwirtschaft sehr positiv gegenüber.

Ist-Zustand und Visionen

Die Meisterausbildung hat Berthold Kern 2014 begonnen, um seinen Betrieb zu durchleuchten und Antworten auf die Frage nach der Zukunft zu bekommen. „Mir war es auch wichtig, andere Höfe und ihre Besitzer kennenzulernen und neue Ideen zu bekommen.“ Zwei Winter lang drückte Kern tagsüber die „Schulbank“ im Meisterkurs, der Unterricht in Buchhaltung folgte an Abenden und Wochenenden. In seiner Meisterarbeit rollte er die derzeitige Situation seines Betriebes auf und erarbeitete Änderungsvorschläge für die Zukunft inklusive Deckungsbeitrags- und Einkommensrechnung für die kommenden fünf bis zehn Jahre. Die Vor- und Nachteile der Planung mussten abschließend herausgearbeitet werden. „Es ist auch eine Kalkulation für einen Stallneubau enthalten, es wurde jedoch schnell klar: dieser rentiert sich für meine Betriebsgröße derzeit nicht.“

Entscheidungshilfe für die Zukunft

Anderen jungen Landwirten empfiehlt der St. Leonharder jederzeit, ebenfalls die Meisterprüfung in Angriff zu nehmen. „Sich mit dem eigenen Betrieb zu beschäftigen, macht immer Sinn, es ist eine Entscheidungshilfe, wohin es in Zukunft gehen soll.“ Und wenn man so wie Kern von den Eltern, von der Partnerin, vom Chef und auch von der Bezirksbauernkammer große Unterstützung bekommt, wofür er sich bei allen herzlich bedankt, geht sich der Meisterkurs auch zeitlich gut aus.

In OÖ. schlossen heuer 105 Frauen und Männer ihre landwirtschaftliche Berufsausbildung mit der Meisterprüfung ab. In Freistadt absolvierten den Landwirtschaftliche Meisterkurs von 2014 bis 2017 neun Männer und drei Frauen. Ein weiterer Absolvent aus Freistadt ist Forstwirtschaftsmeister.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden