Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ST. MARTIN/LINZ. Unterwegs zu den gefährlichsten Orten den Welt: Schon mehrmals besuchte Harald Steinbichl die Sperrzone rund um den Schrottreaktor Tschernobyl. Vor Kurzem wagten sich er und zwei Mitstreiter in die Gegend rund um Fukushima.

Besuch beim "Kuh Terroristen" von Fukushima.
  1 / 5   Besuch beim "Kuh Terroristen" von Fukushima.

Mit einer Atemschutzmaske steht Harald Steinbichl an einem Geländer und zeigt auf das wenige Kilometer entfernte Atomkraftwerk Fukushima, wo sich im März 2011 der größte Kernkraft-Unfall nach Tschernobyl ereignete. Weite Teile im Umkreis von 80 Kilometer sind kontaminiert und eigentlich nicht mehr bewohnbar. In dieser Zone aber liegt die Stadt Fukushima, in der rund 300.000 Leute leben. Dass hier Kinder im Freien spielen können, ist seitdem Geschichte. Ihre Freizeit verbringen die jungen Einwohner meist in einem riesigen Indoorspielplatz, der eigens dafür errichtet wurde. „Beim Eingang haben wir mit dem Geigerzähler stark erhöhte radioaktive Werte gemessen“, erzählt Harald Steinbichl, der mit Blogger „manniac“ und Thomas Schwenke die Stadt und die Menschen, die im Umkreis leben, besuchten.

Beim „Kuh-Terroristen“

Unterstützung bei ihrer Reise bekamen sie von der Gewerkschaft Doro Chiba und japanischen Anti-Atomaktivisten. Neben einem Containerdorf für „Ausgesiedelte“ waren Steinbichl und seine Freunde auch bei Masami Yoshizama zu Gast. Er ist Bauer und lebt in Sichtweite vom Schrott-AKW entfernt. Seine Lebensgrundlage ist zerstört und er kümmert sich um die vielen Kühe, die in der Nähe seines Anwesens herumlaufen. Nach der Katastrophe haben die Tiere weiße Flecken am Körper. Milch und Fleisch sind nicht verwertbar – Yoshizama kümmert sich aus Mitleid um die Kühe. Weil ihre Radioaktivität nicht „ansteckend“ wäre, weigerte er sich die Kühe einschläfern zu lassen. „Seidem nennt ihn die Regierung Kuh-Terrorist“, heißt es von Steinbichl und seinen Mitreisenden.

Foto-Ausstellung

Bilder von Harald Steinbichls Reisen nach Fukushima und Tschernobyl kann man von 11. März bis 26. April im Linzer Wissenstrum sehen. Mehr dazu unter www.roadside-picnic.com


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden