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ST. MARTIN/BEZIRK ROHRBACH. Granit ist das verbindende Element auf dem 90 Kilometer langen Rundweg, der als spiritueller Wanderweg durch zehn Gemeinden im Oberen Mühlviertel führt. Denn mehr als 100 Kirchen, Marterl, Bildstöcke, die ganz oder teilweise aus diesem wichtigen Baustein der Region errichtet sind, säumen den Weg. Beim „Granitpilgern“ lässt sich aber auch die wunderbare Landschaft entdecken – und in Schrittgeschwindigkeit findet man zu sich selbst.

  1 / 18   Mit der Enthüllung des Granit-Monuments wurde der Granitpilgerweg eröffnet (v.l.): Bgm. Wolfgang Schirz, Bgm. Klaus Falkinger, Johannes Artmayr, Bildhauerin Eva Höll, LH Thomas Stelzer, LR Markus Achleitner, Peter Haudum, LAbg. Georg Ecker. Foto: Gahleitner

„Wir haben kein Riesenrad, kein Goldenes Dachl, aber wir haben eine wunderschöne, einzigartige landschaftliche Struktur mit unglaublichem Weitblick. Wer hier eintaucht in die Ruhe und Ursprünglichkeit, kehrt geerdet und reich an sinnlichen Eindrücken in den Alltag zurück“, ist Johannes Artmayr überzeugt. Der Geschäftsführer von Strasser Steine hat das Projekt Granitpilgerweg initiiert – denn nach 20 Jahren fast jährlichem Pilgern seien ihm die Wege ausgegangen, erzählte er bei der Eröffnung des neuen spirituellen Wanderweges am Freitag, bei der auch das Granit-Monument der Bildhauerein Eva Höll enthüllt wurde. Gemeinsam mit den beiden Bürgermeistern Wolfgang Schirz (St. Martin) und Klaus Falkinger (Kleinzell) sowie Wirt Peter Haudum wurde ein Wegenetz realisiert, bei dem zehn Gemeinden sowie dutzende Gaststätten und Beherbergungsbetriebe kooperieren.  “Unser Granitpilgern kann ein tolles Leuchtturmprojekt für das Pilgern in Oberösterreich werden“, meinte Artmayr.

Pilgerweg-reiches Land

Dabei ist unser Bundesland ohnehin schon reich an Pilgerwegen, wie eine aktuelle Broschüre aufzeigt: 24 solcher spirituelle Wege sind darin beschrieben (www.oberoesterreich.at/pilgern). „Viele der Pilgerwege haben eine Geschichte, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Der Granitpilgerweg verknüpft diese Tradition mit den aktuellen spirituellen Bedürfnissen der Menschen und bietet ein dem Zeitgeist entsprechendes Angebot“, lobte Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Eröffnung die Gemeinschaftsleistung. Zugleich werde hier ein touristischer Schwerpunkt gesetzt, der auch Gäste außerhalb der Grenzen nach Oberösterreich bringt.

Anfragen von Pilgern

Dass Outdoor-Aktivitäten im Trend liegen, können Tourismuslandesrat Markus Achleitner und Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer OÖ Tourismus, bestätigen. Der neue Pilgerweg sei ein weiteres Mosaiksteinchen für das spirituelle Reisen im Land. Schon vor dem offiziellen Startschuss für das neue Wegenetz trudelten die ersten Anfragen von Pilgern ein, Touristiker sind überzeugt, dass die Nächtigungen steigen werden und die Gastronomie belebt wird.

Eine Reise zu sich selbst

Der spirituelle Aspekt kommt bei dieser Form des Unterwegssein nicht zu kurz. „Unser Gott ist ein Weg- oder Wandergott, der mit den Menschen mitgeht“, meinte Bischof Manfred Scheuer, für den Pilgern auch „eine Reise zu sich selbst“ ist: „Beim Pilgern eröffnet sich ein Blick in die Weite der Landschaft, aber auch der eigenen Möglichkeiten. Die besten Gedanken kommen beim Gehen und neue Ideen können reifen.“

90 Kilometer in drei bis vier Tagesetappen

Ausgangspunkt für den Granitpilgerweg ist die Granit-Skulptur beim Heizwerk in St. Martin. Die Beschilderung führt im Uhrzeigersinn nach Kleinzell, Neufelden, St. Ulrich, St. Peter, Auberg, Haslach, Helfenberg/Ahorn, St. Johann, Niederwaldkirchen und wieder zurück nach St. Martin. Der Rundweg ist in drei bis vier Tagesetappen zu schaffen. Entlang der Strecke finden sich viele kulinarische Kraftplätze – von der zünftigen Jausenstation bis zu Haubenrestaurants. www.granitpilgern.at


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