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Ali Mahlodji begeisterte im empire: "Ich tue jeden Tag Dinge, die ich noch nie vorher gemacht habe"

Martina Gahleitner, 11.03.2016 10:00

ST. MARTIN. Ali Mahlodji rettet gerade die Welt. Deshalb war es gar  nicht so einfach, den aus dem Iran stammenden Erfinder der Plattform „Whatchado“ in den Bezirk Rohrbach zu holen. Gemeinsam haben es die Junge Wirtschaft und Frau in der Wirtschaft aber geschafft und so sprach Mahlodji im empire über seine Kindheitsidee, die er einfach in die Tat umsetzte; über den Mut, sich auch mal zu blamieren; und darüber, seine eigenen Träume und Hoffnungen zu leben.  

  1 / 4   Ein Film für seine Mama: Ali Mahlodji macht schon sein ganzes Leben lang das, was er will - ohne Angst, auf die Nase zu fallen oder sich zu blamieren. Foto: Gahleitner

„Wir leben in einem verdammten Paradies. Wo sonst als in Österreich kann man etwas Neues starten, auf die Nase fallen und so weich landen?“, fragte sich Ali Mahlodji vor vier Jahren, als er seine lang gehegte Idee von einem Handbuch der Lebensgeschichten tatsächlich realisierte. An die 40 Jobs hat der „erfolgreiche Schulabbrecher“ damals schon ausprobiert - vom Bodenputzer, Manager bis zum Lehrer. Diese Orientierungslosigkeit wolle er Jugendlichen ersparen: „Ich will die Welt retten. 100 Prozent werde ich zwar nicht schaffen, aber 25 Prozent - das sind die Jugendlichen. Wenn ich diesen mit Whatchado eine Orientierung geben kann, hab ich die Welt dieses Jugendlichen gerettet.“

Es sei eine simple Idee, aber total effektiv: Menschen erzählen anhand von Videointerviews von ihrem Leben, ihrem beruflichen Werdegang und beschreiben ihre Arbeit. Ob Bundespräsident, Arzt, Lehrling, Kabarettist oder Bauarbeiter: Alle beantworten dieselben sieben Fragen.

Die Karriere ist keine Linie

Mittlerweile sind es 5000 Menschen aus der ganzen Welt, die auf der Internet-Plattform von sich erzählen. „85 Prozent von ihnen sagen, dass sie durch Zufälle dort gelandet sind, wo sie jetzt sind. Ihre Karriere war ein Zickzack-Kurs, keine gerade Linie. Man weiß nie, was kommt und deshalb ist das Wichtigste, sich auf die Sache einzulassen“, motivierte Ali Mahlodji seine begeisterten Zuhörer. „Unternehmer sein bedeutet, auszuschalten, was alle denken und bereit zu sein, sich zu blamieren.“ Er selbst habe mit einer kleinen Kamera mit 8 Gigabyte-Speicherkarte begonnen, die Welt zu retten und „die Website war beim Start eine Katastrophe. Aber zum Glück war ich so naiv, es zu tun. Und ich mache jeden Tag Dinge, die ich noch nie gemacht habe.“ Man kann die Träume und Hoffnungen anderer leben, aber viel besser sei es doch, die eigenen zu leben.

Whatchado (zu Deutsch: was machst du?) beschäftigt Mitarbeiter aus zehn Nationen, arbeitet mit über 300 internationalen Organisationen zusammen und wurde international mehrfach ausgezeichnet.

www.whatchado.com


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