Rechte Szene erstarkt wieder - Historikerin will sensibilisieren

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 16.04.2019 05:32 Uhr

ST. MARTIN. Einen neuen Termin gibt es für den Vortrag von Ludmilla Leitner, in dem sie über Rechtsextremismus aufklärt und sensibilisiert. Denn 70 Jahre nach Ende des NS-Regimes erstarkt die rechte Szene wieder – nicht nur in Zentralräumen, sondern auch im Bezirk Rohrbach, stellt die Historikerin fest.

Zwar sind laut Landespolizeidirektion rechtsextreme Straftaten rückläufig (von 242 im Jahr 2016 auf 185 im Vorjahr), Ludmilla Leitner traut diesen Zahlen allerdings nicht. „Die Dunkelziffer ist in diesem Bereich sehr hoch, weil ein rechtsextremes Tatmotiv oft nicht erkennbar ist“, betont sie. „Wenn jemand ein Hakenkreuz an die Mauer schmiert, ist der rechtsextreme Hintergrund klar, aber bei Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen eben nicht.“ Leitner ist überzeugt, dass sich derartige Delikte seit 2015, seit Beginn der Flüchtlingsbewegung, um ein Vielfaches erhöht haben.

Was ihr besonders zu denken gibt: Der Bezirk Rohrbach lag im Jahr 2016 bei den Anzeigen nach dem Verbotsgesetz hinter Linz Stadt auf Platz 2 in Oberösterreich. Vor allem rund um Altenfelden sei die Szene wieder stärker geworden, „hier gibt es einschlägige Lokale, wo Leute mit extrem rechter Gesinnung offen auftreten“, weiß Ludmilla Leitner.

Vortrag klärt auf

Als Lehrerin für Geschichte am Rohrbacher Gymnasium merkt sie aber auch, dass Jugendliche rechtsextremen Ideen kritisch gegenüberstehen – auch wenn die Schule „leider nicht die Abbildung der Realität ist.“ Leitner will deshalb aufklären, welcher Codes, Symbole, Kleider und Musik sich die rechtsextreme Szene bedient, und die Leute sensibilisieren. Im zweiten Teil des Vortrags, der von den Grünen St. Martin organisiert wird, widmet sie sich der Aufarbeitung der NS Vergangenheit in Österreich nach 1945.

„Aufklärung und Prävention sind im Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus entscheidend. Besonders wichtig sind Sensibilisierung von Jugendlichen auf Fake News und rechtsextreme Inhalte in Social Media Plattformen“, ist Michael Wöss von den Grünen St. Martin überzeugt. Für Grüne-Bezirkssprecherin Ulrike Schwarz stellt Rechtsex-tremismus „eine ernsthafte Gefahr für den sozialen Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Schweigen hilft, wie so oft, nur den Tätern.“

ACHTUNG, NEUER TERMIN: „Das gefährlich Furchtbare – was war und immer wiederkehrt“, ein Vortrag von Ludmilla Leitner, ist am Freitag, 17. Mai, 19.30 Uhr im Pfarrsaal St. Martin zu hören.

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