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BEZIRK FREISTADT. Ein lausiges Jahr war es für die Bienen und Imker im Bezirk. Die Honigerträge sind aufgrund der schlechten Witterung und der nur kurzen Schönwetterperioden insgesamt sehr durchwachsen.

Spätfrost und Regenwetter setzten den Bienenvölkern heuer zu. Foto: Weihbold
Spätfrost und Regenwetter setzten den Bienenvölkern heuer zu. Foto: Weihbold

Nach einem guten Bienenwinter mit geringen Ausfällen startete das Jahr blütenreich, bis der Spätfrost die Bienenstöcke lahmlegte. „Das hemmt die Entwicklung der Stöcke, sodass zu wenig Bienen da sind, um gute Erträge einzubringen“, erklärt Obmann Friedrich Gallistl vom Imkerverein St. Oswald. In Spitzenjahren können bis zu 50 Kilo Honig pro Bienenvolk gesammelt werden. Heuer gibt es Regionen, vor allem im Oberen Mühlviertel und im Hausruckviertel, in denen nur bis zu zehn Kilo Bienenhonig pro Volk geerntet werden konnten. Auch die Waldhonig-Ernte ist punktuell sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Dort, wo Starkregen und Hagel niedergegangen sind, ist diese komplett ausgefallen. Hingegen ist in nicht betroffenen Gegenden des Bezirkes der Waldhonig-Ertrag recht gut. „Die Erntemengen gehen hier von 0 bis 40 Kilo“, so Gallistl.

Varroa in Schach

Zumindest in einer Hinsicht gab es heuer keine Probleme: Schädlinge gab es keine, bis auf die Varroa-Milbe. Gallistl: „Die haben wir aber schon seit dreißig Jahren und wir haben gelernt, mit ihr umzugehen. Wir können sie zwar nicht ausrotten aber mit biologischen Mitteln so in Schach halten, dass sie für die Bienenvölker nicht mehr gefährlich ist. Allerdings gibt es in Europa weitere Bienen-Parasiten und -Schädlinge, die natürlich nach Österreich eingeschleppt werden könnten.“

Imkerei wird immer jünger

Hatte sich die Anzahl der Imker in Oberösterreich innerhalb von 20 Jahren bis etwa 2013 von etwa 15.000 rund 7.000 halbiert, so steigt die Zahl der Bienenwirte seither enorm an. Die Verjüngung ist auf das erstarkte Bewusstsein der Bevölkerung zurückzuführen. Medien, aber auch der Handel haben auf die Probleme der Honigbienen und die daraus resultierenden Folgen für die Umwelt aufmerksam gemacht. Ausbildungen für angehende Imker werden in diversen Vereinen, aber auch in der Imkerschule Linz angeboten. Auch das neue Agrarbildungszentrum (ABZ) in Hagenberg, das im kommenden Jahr eröffnet wird, wird die Imkerei als Fach einführen und baut einen eigenen Lehrbienenstand mit Schleuderhaus.

Der Imkereiverein St. Oswald, der am 28. August sein 90-jähriges Bestehen feiert, setzt beim Fest einen Schwerpunkt auf die Nachwuchsarbeit und begrüßt mit Albert Schittenhelm um 10.30 Uhr im Gasthof Freudenthaler einen hochkarätigen Referenten zum Thema. Danach gibt“s Musik, Kinderprogramm und Honigschmankerl.


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