Pollenknappheit schwächt die Bienen – blühende Gärten schaffen Abhilfe
ST. OSWALD. Dass Bienen für die Ökologie unverzichtbar sind, merken viele Menschen erst, wenn es zu wenige dieser Insekten gibt. Der Imkerverein St. Oswald hat bei einem runden Tisch auf die Wichtigkeit der Bienen aufmerksam gemacht und gibt Tipps, wie jede Privatperson zum Bienenwohl beitragen kann.

Leckeren Waldhonig schleudern viele Imker in diesen Tagen. Dank der guten Waldtracht ist der Honigertrag sehr hoch, zu Beginn des Jahres hat das Ganze aber noch ein bisschen anders ausgesehen. Viele Bienen haben den Winter 2016/2017 nicht gut überstanden. „Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich, geschwächte Bienen, die Varroamilbe und Krankheiten sind oft der Auslöser für die Winterverluste. Aber diese Thematik ist noch nicht gänzlich erforscht“, sagt Gerhard Rockenschaub, langjähriger Imker.
Vitale Bienen überstehen Wintermonate besser
Um die Bienen gut über den Winter zu bringen, braucht es viel Bienenfutter, den Pollen, der unter Umständen sehr knapp werden kann. „Es hat aber schon ein großes Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden. Viele Privatgärten pflanzen Blühsträucher und viele bienenfreundliche Blumen. Ein dung- und spritzmittelfreier Garten ist ebenfalls wichtig für gesunde Bienen“, weiß Martin Reithmayr, ein junger, aber erfahrener Imker. Auch der Verlust der Artenvielfalt (Hummeln, Schmetterlinge, Wildbienen) steht mit dem Pollenmangel in Zusammenhang.
Pollen für die Bienen
Neben vielen Blumen oder Kräutern im Garten und auf dem Balkon können die Menschen auch dafür sorgen, dass es viel offenes Wasser gibt. „Die Bienen brauchen das Wasser zur Brutaufzucht und für die Kühlung des Bienenstocks.“ Wichtig sei ein artenreiches Angebot, eine gesunde Vielfalt, weiß Fritz Gallistl. „Eine Magerwiese ist aus jagdlicher und imkerischer Sicht ideal, da gibt es eine große Blumenvielfalt.“ Denn nur wenn die Bienen viel Futter finden, überstehen sie die Winter gut. „Der Pollen ist das Bienenbrot. Durch den Pollen erhalten die Insekten das Protein, den Honig brauchen sie als Kohlenhydratlieferant. Ein Bienenvolk braucht im Durchschnitt 25 Kilo Blütenstaub pro Jahr und ebensoviel Honig“, erklärt Rockenschaub. Ein Bienenvolk besteht im Sommer aus rund 50.000 Bienen.
Das Bienenjahr
Die Saison für Biene und Imker beginnt im Februar/März. Daher sind auch Frühblüher, wie Hasel oder Erle sehr wichtig für die ersten Pollen. Blumenwiesen, die so lange wie möglich bestehen bleiben, bevor sie gemäht werden, sind ebenfalls förderlich für die Futtersuche der Bienen. „Ein großes Danke auch an die Bauern, die Kornblumen im Getreidefeld blühen lassen.“ Nach dem Abschleudern des Honigs im Juli werden die Bienen dann mit Winterfutter versorgt. Rund 15 Kilo Futter pro Volk werden verfüttert. Je nach Witterung fliegen die Tierchen aber noch oft bis in den November hinein. Das Wohl der Bienen und die Honigsaison sind sehr von den klimatischen Verhältnissen abhängig. „Jede Wetterkapriole ist schlecht, auch große Hitze oder starker Regen“, sagt Alfred Steinöcker. Der durchschnittliche Honigertrag pro Bienenvolk beträgt zwischen 15 und 25 Kilo. „Der ökologische Wert ist aber um das Zehnfache höher.“ Die Entwicklung der Früchte, aber auch das empfindliche ökologische Gleichgewicht sind auf die Bienen angewiesen. „Die Biene ist ein sensibler Bio-Indikator. Umweltgifte wie Spritzmittel – auch schon in kleineren Mengen in Privatgärten – schwächen die Insekten“, warnt Rockenschaub.
Die Imkerei boomt
Im Bezirk Freistadt gibt es 592 Imker, davon sind 75 Frauen (OÖ: 7300 Imker, Stand: 2016). Im OÖ-Durchschnitt hat ein Imker elf Bienenvölker. Die Imkerei boomt derzeit. Im heurigen Jahr gab es bereits 30 Einsteiger. „Die Imkerei ist eine vielseitige Arbeit, man bekommt tolle Einblicke in die Natur und gerade als Jungimker probiert man viele neue Produkte aus“, sagt Reithmayr.
Bienenblumen:
Mit diesen Pflanzen wird der eigene Garten zum Bienenparadies: Gewöhnliche Sonnenblume, Gewöhnlicher Girsch, Kräuter, wie Lavendel, Zitronenmelisse, Rosmarin, Majoran, Thymian... Huflattich, Magerwiesen-Margerite, Frühlingskrokus, Kornblume; ungefüllten Arten den Vorzug geben!
(Quelle: www.bee-careful.com) Nähere Infos gibt es auch hier: www.garten.schule/bienenfreundlicher-garten


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