Neue Arbeitswelt: Österreichs erste Kanban Trainerin ist aus St. Oswald
ST. OSWALD. Als erste Frau Österreichs erhielt Brigitte Pfeifer-Schmöller die Akkreditierung zur Kanban Trainerin. Weltweit dürfen nur rund 270 Trainer ihr Wissen im Namen der Kanban Universität (Seattle, USA) weitergeben.

Die von David J. Anderson etablierte Kanban Methode ist eine umfassende Management-Methode für Wissensarbeit. „Viele, die von Kanban gehört haben, denken, es sind ein paar Post Its an einer Wand. Das ist aber ein großer Irrtum“, sagt die 42-jährige St. Oswalderin.
Unproduktive oder überarbeitete Mitarbeiter
Vor zehn Jahren kam Pfeifer-Schmöller – sie studierte Prozessmanagement – erstmals mit der Methode in Kontakt. „In vielen Unternehmen gibt es eine Dysbalance zwischen der Menge der Anforderungen und der Lieferfähigkeit. In der Wissensarbeit kommt erschwerend dazu, dass die Arbeit de facto unsichtbar ist“, weiß Pfeifer-Schmöller.
Wenn diese Balance nicht wieder hergestellt wird, klagen Organisationen über unproduktive oder überarbeitete Mitarbeiter, schlechter werdende Qualität, unvorhersagbare Resultate, späte Lieferungen, keine Zeit für Innovation oder nicht wahrgenommene Möglichkeiten.
Gewohnte Pfade verlassen
„Die Kunst ist zu wissen, wieviel Arbeit mein System verträgt – und, die Balance zwischen den Arbeitsanforderungen und zu dem, was ich in der Lage bin zu liefern, herzustellen. Sonst springe ich nur von einer Aufgabe zur nächsten und mache nichts anderes, als ständig Feuer zu löschen. Mit der Kanban Methode fokussiert man hingegen auf den Arbeitsfluss und die Wertegenerierung. Damit gelingt es, in der gleichen Zeit und mit gleichem Einsatz mehr fertig zu bekommen“, sagt Pfeifer-Schmöller, die Unternehmen dabei unterstützt, gewohnte Pfade zu verlassen.
Herausfordernder Spagat zwischen Familie und Beruf
Pfeifer-Schmöller, Mutter eines Sohnes, bietet Trainings und Consultings an und ist dafür in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich unterwegs. Sie hat ihren Job als Produktmanagerin bei einem internationalen Softwareunternehmen aufgegeben, um sich mit 40 Jahren nochmal neu zu orientieren. „Zum Glück steht mein Mann voll hinter meiner Entscheidung. Auch mein Dienstgeber unterstützt mit voller Flexibilität“, gelingt so der Spagat zwischen Familie und Beruf.


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