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KIRCHBERG AN DER PIELACH. Zum Bodenschutz-Informations- & Diskussionsabend unter dem Motto „Verbrauchen wir zu viel Boden“ haben die Marktgemeinde Kirchberg, die Leaderregion Mostviertel und das Land Niederösterreich in die Kirchberghalle eingeladen.
 

Beim Boden-Informationsabend in Kirchberg referierten profunde Fachleute wie Wolfgang Alfons (NÖ Raumordnung), Bürgermeister Anton Gonaus, Petra Scholze-Simmel (GF Leaderregion) und Christian Steiner (Abt. NÖ Landentwicklung). Monika Gansch sorgte für Licht und Ton, Erich Czeiner referierte über den Hochwasserschutz im Dirndltal und Vizebürgermeister Franz Singer begrüßte Referenten und Zuhörer (v.li). Foto: zVg

Fachleute referierten über „Herausforderungen und Lösungsansätze zum Bodenschutz im Pielachtal“. Namens der Gemeinde konnte Vizebürgermeister Franz Singer viele heimische Bürger und Gemeinderäte sowie Gäste wie Bürgermeister Herbert Wandl, Vizebürgermeister Hubert Gansch, Landeskammerrat Karl Braunsteiner und Bezirksbauernratsobmann Josef Kendler begrüßen.

Demografische Entwicklung im Pielachtal

Die Geschäftsführerin der Leaderregion Mostviertel- Mitte, Petra Scholze-Simmel informierte über die Demografische Entwicklung im Pielachtal. Am Beispiel der Gemeinde Kirchberg sah man, wie sich die Bevölkerungszahl entwickelte: 1951 = 2.578 Einwohner / 1981 = 2.918 / 2001 = 3.168 / 2011 = 3.116 und 2015 = 3.143 Einwohner. „Früher wohnten sieben Personen in einem Haus; heute sind es nur mehr drei Personen. Interessant ist der Waldanteil der Gemeinde: 1956 = 47 % / 1977 = 51 % / 2014 = 54,7 % Waldanteil“, erklärte Scholze-Simmel.

Bevölkerungswachstum

Bürgermeister Anton Gonaus führte aus, dass im Jahre 1950 auf der Erde drei Milliarden Menschen ernährt werden mussten; heute seien es schon sieben Milliarden und jedes Jahr würden 80 Millionen Menschen dazukommen. Er wies darauf hin, dass von der Gesamtfläche weltweit zwölf Prozent an Ackerboden und 24 Prozent an Weide- und Grünland zur Verfügung stehen würden.

30 Fußballplätze täglich

Täglich werden laut Kirchberger Orts-Chef 30 Fußballplätze verbaut oder versiegelt. Anderseits nimmt auch die Waldfläche pro Tag um 15 Hektar zu. In Bezug auf den Grundverbrauch benötigt in der Großstadt Wien eine Person rund 80 m2 und im Vergleich dazu im Bezirk St. Pölten eine Person rund 500 m2 an Grund und Boden. Gonaus: „Die Raumordnung ist ein wichtiger Schlüssel dazu, die Inanspruchnahme von Boden zu verringern. Ein weiterer Lösungsansatz ist, Ortskerne neu zu beleben, Altbauten zu sanieren und Baulücken zu schließen. Erich Czeiner von der Abteilung Wasserbau des Landes informierte, dass schon sechs Gemeinden im Pielachtal Hochwasserschutzprojekte benötigen. Weinburg und Ober-Grafendorf sind davon ausgenommen.

Sparsamer Bodenverbrauch gefragt

Wolfgang Alfons von der Raumordnungs- Abteilung des Landes plädierte für sparsamen Bodenverbrauch und bot den Gemeinden die Unterstützung des Landes durch zahlreiche Beratungsmaßnahmen an. Sein Statement: „Wir müssen die Ortskerne beleben, Pilotprojekte starten erst dann neues Bauland schaffen.“ Christian Steiner informierte über Bodenbündnisaktivitäten und die Landentwicklung in Niederösterreich. Alarmierendes Zeichen: In Österreich würden derzeit 20 Hektar Boden pro Tag verbraucht. In Deutschland seien es schon zwischen 80 und 100 Hektar pro Tag.

Ortskerne beleben

Über die Lösungsansätze dazu war man sich einig: Dichtere und höhere Bebauung, die Ortskerne attraktiver gestalten und beleben, ein nationales Flächenmanagement einführen, die Regionalität stärken, die Raumordnung anpassen.

Statement des Kirchberger Bürgermeisters

Bürgermeister Ök. Rat Anton Gonaus: „Es ist eine fundamentale Aufgabe unserer Generation, jetzt zu handeln, um kommenden Generationen ein geordnetes Leben in einer intakten Welt zu ermöglichen. Zurück zu kleineren Kreisläufen, Einsparung des Energieverbrauches, Forcierung der erneuerbaren Energie und Vermeidung des zu großen Bodenverbrauches. Gesundheit ist das höchste Gut. Gesundheit leben zu können ist nur möglich in einem intakten Natur- und Bodenraum“.


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