„Wer zu Lebzeiten mit sich ins Reine kommt, geht mit dem Tod besser um“
ST. PÖLTEN. „Durch die Lebensführung der Menschen, wird der Tod in unserer Gesellschaft eine Tragödie“, meint Jörg Bauer im Gespräch mit Tips St. Pölten.

Bauer ist einer, der sich als Mitbegründer des bekannten Trauerforums „Aspetos“ in vielfacher Weise mit dem Unausweichlichen auseinandergesetzt hat. „Zwei Wochen vor dem Tod kommen manche drauf, dass sie ihr Leben falsch gelebt haben. Dann können sie oft nicht loslassen.“ Im Idealfall bedeute es zu sterben, „mit sich ins Reine zu kommen“. Eine Verabschiedung von Familie und Freunden sollte vor dem Tod erfolgen. Ein Mensch wüsste oder fühle oft schon, wann er gehen müsse, vorausgesetzt er stirbt eines natürlichen Todes.
Angehörige, die bis zum Tod eines geliebten Menschen in dessen Nähe waren, geben dem Sterbenden Geborgenheit und könnten auch selbst leichter mit dem Tod umgehen. „Das bewusste Sterben, das Annehmen des Unausweichlichen ist wichtig. In einem solchen Prozess kann man dann auch gut hinübergleiten“, so Bauer, denn der Tod muss nicht Abschluss sein, sondern gehöre zum Leben und eröffne eine neue Daseinsform. Für die Hinterbliebenen beginne dann die Trauerarbeit. Im besten Falle werde das bereits kurz nach dem Tod des Angehörigen von der Bestattung einfühlsam eingeleitet. „Bestatter sollten erster Ruhepol sein und auch zuhören können.“ Danach seien individuell ausgerichtete Trauerfeiern und Bestattungsformen wichtig. Trauernden sollte ein guter Rahmen geboten werden.
Bauer ist Vorkämpfer für alternative Bestattungsformen und Verfechter von Feuerbestattungen.
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