Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

AMSTETTEN/SANKT PÖLTEN. Gewalt an Frauen findet oft unerkannt im unmittelbaren Umfeld statt – das betonte Frauen-Landesrätin Barbara Schwarz anlässlich des kommenden „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November. Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollen verstärkt für die ersten Anzeichen von Gewalt sensibilisiert werden.  

„Gewalt geschieht oftmals in den eigenen vier Wänden und wird von Außenstehenden nicht oder spät erkannt. Frauen, die von sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind, finden den Ausweg meist nicht alleine. Hier sind professionelle Beratungsstellen aber auch die Sensibilisierung des Umfeldes von enorm großer Bedeutung“, so Schwarz, die auch unterstrich, dass Gewalt einen massiven Verstoß gegen das Recht auf Leben, Freiheit und Würde sowie auf körperliche und seelische Unversehrtheit darstellt.

Rasche und unbürokratische Hilfe

„Jede Frau, die in Niederösterreich Schutz, Hilfe und Unterstützung benötigt, bekommt diese rasch und unbürokratisch. Österreich schneidet laut einer Umfrage im EU-Vergleich zwar relativ gut ab, trotzdem gibt jede fünfte Österreicherin an, seit dem 15. Lebensjahr schon einmal von körperlicher und/oder sexueller Gewalt bedroht worden zu sein. 35 Prozent haben bereits sexuelle Belästigung erlebt. Umso wichtiger ist es für Opfer von Gewalt, zu wissen, an welche Einrichtung sie sich wenden können und dort rasche Hilfe bekommen“, erklärt Schwarz.

 

Frauenberatungsstellen

Elisabeth Cinatl, Sprecherin der Frauenberatungsstellen in Niederösterreich zeigte auf, dass betroffene Frauen in Niederösterreich an zehn Beratungsstellen anonym rasche Hilfe bekommen: „2.763 Frauen nahmen letztes Jahr in den Frauen- und Mädchenberatungsstellen 5.207 Beratungsstunden zum Thema Gewalt in Anspruch. Die Einrichtungen bieten aktive Hilfe und Schutz für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, sowie für deren Kinder. Sie unterstützen, begleiten und beraten Frauen bei unterschiedlichen Problemstellungen und in schwierigen Lebensumständen. Dabei kann die Beratung psychosozial, juristisch, pädagogisch oder psychotherapeutisch sein.“ Die NÖ Beratungsstellen befinden sich in Zwettl, Krems, Hollabrunn, Gänserndorf, Baden, Mödling, Wr. Neustadt, Neunkirchen, Amstetten und St. Pölten, Außenstellen gibt es in Horn, Gmünd, Waidhofen/Thaya, Mistelbach, Stockerau, Gloggnitz und Scheibbs.

Forderung nach Sensibilisierung im Gesundheitsbereich

„Von Gewalt betroffene Frauen sind oft nicht in der Lage, selbst Hilfe zu fordern, was zu einer enorm belastenden Gewaltspirale führt. Hier sind Sensibilisierung und Aufmerksamkeit, besonders im Gesundheitsbereich, von essentieller Bedeutung“, so Landesrätin Schwarz. Erste Anlaufstellen für Frauen seien abgesehen von Polizei und Interventionsstellen oft Ambulanzen und Kliniken. Hier ist es Schwarz zufolge umso wichtiger für die Mitarbeiter, Folgen von Gewalt zu erkennen und entsprechende Schritte zu setzen.

Projekt

Seit 15 Jahren gibt es das Projekt „Gewalt gegen Frauen – Auswirkung auf das Gesundheitswesen“ in Kooperation mit der NÖ Landesakademie und den NÖ Frauenserviceeinrichtungen. Dabei wurden im Rahmen von Informations- und Schulungsmaßnahmen rund 5.700 Menschen aus dem Gesundheitswesen, der Exekutive, den Gesunden Gemeinden NÖ und den frauenspezifischen Einrichtungen informiert und trainiert. Als weiteren Schritt fordert Schwarz nun: „Die Themen Erkennung von Gewalt und gerichtsverwertbare Dokumentation müssen meines Erachtens in die Ausbildung des Gesundheits- und Krankenpflegepersonals aufgenommen werden sowie Bestandteil ärztlicher Fortbildungen sein. Daher werde ich dementsprechende Forderungen bei der Frauenreferenten-Konferenz kommenden Freitag in Wien einbringen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden