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ST. PÖLTEN. Die Diözese St. Pölten feiert am Sonntag, dem 12. August ihren Diözesanpatron, den Heiligen Hippolyt. Die Festmesse mit Dompfarrer Norbert Burmettler beginnt um 9.30 Uhr im St. Pöltner Dom.

  1 / 3   Der St. Pöltner Museums-Direktor Wolfgang Huber und Barbara Taubinger präsentieren eine Statue des heiligen Hippolyt, die das Land Niederösterreich erworben und dem Diözesanmuseum St. Pölten anlässlich des 75. Geburtstages von Bischof Klaus Küng als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Foto: Wolfgang Zarl

Der heilige Hippolyt, von dem sich der Name der Diözese und der Landeshauptstadt ableitet (Sancti Yppoliti), wurde vermutlich um 170 nach Christus im griechisch sprechenden Osten des römischen Reiches geboren. Er gilt als Schüler des heiligen Irenäus von Lyon und war einer der wichtigsten Kirchenväter seiner Zeit. Wahrscheinlich wirkte er ab 192 nach Christus als Presbyter in Rom, wo er später Bischof wurde. 235 erlitt er auf Sardinien den Märtyrertod. Gedenktag des Heiligen ist der 13. August.

Reliquien in St. Pölten

„Um 800 wurde im heutigen St. Pölten ein Kloster gegründet“, erklärt Ordinariatskanzler und Hippolyt-Kenner Gottfried Auer die Verbindung der Diözese zu ihrem Heiligen. Wahrscheinlich war es ein Tochterkloster des bayrischen Klosters Tegernsee, das es mit Reliquien des Hippolyt ausstattete. Der Klosterpatron sei bei der Errichtung der Diözese im Jahr 1785 zum Diözesanheiligen erwählt worden, so Auer weiter.

Keine große „Hippolyt-Verehrung“ 

Die „große Hippolyt-Verehrung“ fehle zwar, nur wenige Gotteshäuser in Österreich seien auf seinen Namen geweiht, erklärt Auer. Vielen Menschen innerhalb der Diözese sei der Patron dennoch geläufig. Hippolyts Spuren fänden sich etwa im Wappen des ehemaligen Chorherrenstiftes der niederösterreichischen Hauptstadt, „außerdem ist der Kirchenvater auf der Dreifaltigkeitssäule am Rathausplatz dargestellt“, so Auer weiter.

Erster Gegenpapst der Geschichte? 

„Hippolyt verehrten die Gläubigen schon frühzeitig, für viele Kirchen und Klöster war es auch wichtig Reliquien von ihm zu bekommen. Ihn als ersten Gegenpapst der Geschichte zu bezeichnen, ist Sprechweise der heutigen Zeit und für die damalige Zeit nicht angemessen. Es gab in Rom eine zwiespältige Bischofswahl. Einer der beiden römischen Bischöfe, die jeweils einen Teil der römischen Christengemeinde als ihren Bischof anerkannten, war Hippolyt. Im Jahre 235 brach eine Christenverfolgung aus, die sich gegen die führenden Personen der Kirche gerichtet hat. So wurden auch Pontian und Hippolyt nach Sardinien zur Zwangsarbeit im Steinbruch verbannt, was einem Todesurteil gleichkam. Dort verzichteten beide auf ihr Bischofsamt. Damit war die Möglichkeit gegeben, einen neuen Papst zu wählen und die Einheit wieder herzustellen. Hippolyt ist also auch für die Ökumene von Bedeutung und bleibt aktuell“, berichtet Auer.

Einheit der Kirchen und Christen

Auer weiter: „Hippolyts Name bleibt eng mit der Stadt und der Diözese verbunden. Weiters wird nur wenigen die 'Ehre' zuteil, dass sie im Hochgebet zu Wort kommen. Und mit der Überwindung des Schisma [Anm. d. Red.: Glaubensspaltung“ kurz vor seinem Tod hat er viel zur Einheit der Kirche beigetragen und ist so Vorbild im Bestreben, die Einheit der Kirchen und Christen zu fördern.“

Liturgische Bedeutung

Auch die liturgische Bedeutsamkeit hob der Ordinariatskanzler hervor. Das Zweite Hochgebet der römisch-katholischen Kirche geht auf die „Traditio Apostolica“ zurück, die als Werk des heiligen Hippolyts gilt. Jedoch sei die Quellenlage als „sehr schwierig“ anzusehen, so Gottfried Auer. Neben der „Traditio Apostolica“ werden dem heiligen Hippolyt eine Weltchronik, Bibelkommentare sowie die „Widerlegung aller Häresien“ zugeschrieben.

Neue Hippolyt-Statue im Diözesanmuseum

Im St. Pöltner Dom- und Diözesanmuseum können Interessierte viel über den heiligen Hippolyt erfahren. Seit Kurzem wird eine Hippolyt-Statue ausgestellt, die das Land Niederösterreich erworben und dem Diözesanmuseum St. Pölten anlässlich des 75. Geburtstages von Bischof Klaus Küng im Vorjahr als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Die 88 Zentimeter hohe Lindenholzfigur stellt Hippolyt als jugendlichen Reiter dar, dem als Attribut ein Pferd beigegeben ist. Im Namen Hippolytus ist das griechische Wort „hippos“ (Pferd) enthalten. Stilistische Erwägungen legen eine Entstehung in Thüringen um das Jahr 1500 nahe.

Festgottesdienst

Der Gastchor „Momentum“ führt am Sonntag, 12. August, um 9.30 Uhr,von C. Monteverdi die „Messa a quattro voci di capella“ auf. Zelebrant ist Dompfarrer Norbert Burmettler.


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