Vor der Herrschaft der Nationalsozialisten und der Okkupation Österreichs durch Hitlerdeutschland im Jahre 1938 herrschte hierzulande bereits ein autoritäres System, der sogenannte Austrofaschismus. Eingeleitet wurde dies durch den damaligen christlich-sozialen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß im März 1933, der durch einen Tücke der Geschäftsordnung des Nationalrats das Parlament ausschaltete und - bis zu seiner Ermordung am 25. Juli 1934 durch illegale Nationalsozialisten - autoritär regierte. Große Unterstützung erhielt er von einer damals stark politisierenden katholischen Kirche und deren Vertreter. Einer der Wegbereiter und Vorgänger als Bundeskanzler Dollfuß“ war immerhin ein Kirchenfürst im Rang eines Prälaten, nämlich Ignaz Seipel. Oppositionelles Gedankengut war zu dieser Zeit verboten, wogegen Organisationen der Sozialdemokraten Sturm liefen. Der Konflikt zwischen Austrofaschisten und Sozialdemokraten mündete in den Bürgerkrieg der seinen Höhepunkt in der sogenannte Februarrevolte fand. Dem sozialdemokratischen „Republikanischen Schutzbund“ standen die austrofaschistische Heimwehr sowie Polizei, Bundesheer und Gendarmerie gegenüber. Die Tage zwischen 12. und 14. Februar kosteten 1.600 Menschen auf beiden Seiten das Leben. In der Veranstaltung „Rote Spurensuche zum 12. Februar 1934 in Niederösterreich“ mit Historiker Emmerich Talos gedachte die SPNÖ der unseligen Tage. Historiker Florian Wenninger gab einen Zwischenbericht zu seiner Forschung über die Februarkämpfe 1934 in Niederösterreich SPNÖ-Landesparteivorsitzender Matthias Stadler wies darauf hin, dass die SPÖ seit ihrer Gründung stets demokratisch agierte hätte und es deren Aufgabe sei, „die Demokratie vor Angriffen zu schützen und sie zu verteidigen“. Stadler zitierte Parteigründer Victor Adler und zog Parallelen in die Gegenwart: „Wir werden siegen. Aber nicht mit der Idee der Gewalt, sondern mit der Gewalt der Idee. Und die lautet: Soziale Gerechtigkeit in Österreich, soziale Gerechtigkeit in allen Ländern der EU!“ Die aktuelle Situation in Europa und Griechenland zeige die Wichtigkeit funktionierender, demokratischer Strukturen auf, so Stadler: „Es ist kalter Zynismus, wenn Milliarden für die Rettung der Banken zur Verfügung gestellt wird, aber man die Menschen alleine lässt – Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind und die es sich nicht leisten können zu heizen, die kein Geld für Lebensmittel haben oder von der Gesundheitsversorgung ausgegrenzt werden.“ Stadler verwies darauf, dass sich die Zukunft der EU an der Frage europäischer Solidarität und wie wir damit umgehen würden, entscheiden würde: „Deshalb heißt Gedenken nicht nur, sich die geschichtlichen Abläufe und blutigen Kämpfe in Erinnerung zu rufen. Gerade wir Sozialdemokraten haben die Aufgabe, unser Engagement und den Kampf gegen die extreme Rechte und Hetzer weiterzuführen. Gerade wenn in der gegenwärtigen Krise wieder Sündenböcke – die Griechen, die Spanier und viele mehr – den wahren Verursachern, den Spekulanten in Banken und Konzernen, den Millionären, die ihre Steuern nicht zahlen, vorgeschoben werden.“ Weitere Artikel:
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