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Leserartikel Werner Pelz, 28.04.2015 14:00

  1 / 2   Barbara Bühler setzt sich mit ihrem Armutsnetzwerk für Betroffene ein. Foto: Maria Estella Dürnecker
69.121 Menschen, davon 8.977 unter 25 waren im heurigen Februar 2015 als arbeitslos gemeldet. Das sind um 8,8 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum im Vorjahr. „Dennoch sind einige arbeitsmarktpolitischen Projekte in NÖ derzeit von der Schließung bedroht bzw. bereits geschlossen (in St. Pölten z.B. die einzige Jugendberatungsstelle, die RehaWerkstatt und das Netzwerk der Solidarität), warnt die Obfrau des NÖ Armutsnetzwerks Barbara Bühler.   „Arbeitslos zu sein ist für jede/n Betroffene/n eine massive Belastung - für Jugendliche, die am Beginn ihres Erwerbslebens stehen, ganz besonders“, so die Organisation in einem offenen Brief.    „Keine langfristigen beruflichen Perspektiven“ Sozialökonomische Betriebe/Sozialintegrative Betriebe bieten vor allem langzeitarbeitslosen Personen durch eine befristete Anstellung Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt und neue Perspektiven. Allerdings wurde die Verweildauer, also die Dauer die langzeitbeschäftigungslose Personen in den sozialökonomischen Betrieben verbleiben können, von bisher meist 12 auf 6 Monate verkürzt. Langfristige berufliche Perspektiven zu erarbeiten wird dadurch erschwert.   Komplexe Problemlagen Personen, die schon lange arbeitslos sind, haben oft mit schwierigen Lebenssituationen und komplexen Problemlagen zu kämpfen, diese anzugehen und neue berufliche Perspektiven zu erarbeiten braucht Zeit.    Behinderte: „Wenig Mittel für Einstieg in Arbeitsmarkt“  Besonders für Menschen mit Behinderungen fehlen Unterstützungsmöglichkeiten sowie finanzielle Ressourcen für den (Wieder)Einstieg in den Arbeitsmarkt. Durch Einsparungen und dem Wegfall arbeitsmarktorientierter Maßnahmen sowie massiver Kürzungen betreffend Arbeitserprobungen und anschließender Fördermodelle werde der Zugang zu Beschäftigung für Jugendliche und Erwachsene mit Handicap  unverhältnismäßig hoch eingeschränkt bzw. verwehrt, so die Feststellung des NÖ Armutsnetzwerk. Aufgrund der Schließung der RehaWerkstätten in ganz NÖ fehlten nun besonders für Menschen in Beschäftigungs- und Arbeitstherapien ein niederschwelliges Angebot mit dem Ziel der Beruflichen Integration. Jugendliche mit Behinderung hingegen haben aufgrund nun fehlender Berufsvorbereitungs- und Qualifizierungsmodule (z.B. Auslaufen der Berufsvorbereitungskurse in NÖ) keinerlei Möglichkeiten, den Einstieg in das Erwerbsleben zu meistern. In der Folge zeigt sich eine hohe Frustration bei den Betroffenen, da Hoffnungslosigkeit und Perspektivennöte durch finanzielle Engpässe verstärkt werden.   Durch die erwähnten Missstände würden die Langzeitfolgen für die Gesellschaft kostenintensiver werden. 30.4: Tag der Erwerbsarbeitslosen„Als NÖ Armutsnetzwerk haben wir, gemeinsam mit dem NÖBDS (NÖ Berufsverband der Sozialen Arbeit, Landesgruppe NÖ) und der KAB (Katholische Arbeitnehmerbewegung Diözese St. Pölten) einen offenen Brief an Verantwortungsträger im Bereich Arbeitsmarktpolitik verfasst, mit der AUfforderung Schließungen (die zum Teil bereits erfolgt sind) von arbeitsmarktpolitien Projekten und Einrichtungen zu überdenken bzw. angesichts des Bedarfs bestehende Angebote auszubauen und adäquate neue zu schaffen“.   Forderung in einem offenen Brief an NÖ-Verantwortungsträger „Man appelliert daher: die geplante Kürzungen und Schließungen bzw. Verschiebungen in der Arbeitsmarktpolitik auszusetzten bzw. zu überdenken und stattdessen bestehende Angebote auszubauen bzw. adäquate Angebote zu schaffen. Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, arbeitslose Personen brauchen Perspektiven - als Verantwortungsträger ersuchen wir Sie, alles zu unternehmen, um diese zu ermöglichen.“   TIPS ST. PÖLTEN Printausgabe und OnlineWerner Pelz, Tel.: 0676 700 11 75, Mail: w.pelz@tips.at bzw. we_pe@gmx.at WEITERE ARTIKEL  ST. PÖLTEN STADT   St. Pölten LAND

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