Mancherorts, sagt man, hätten ja die Blauen die Lufthoheit über einen Wirtshaus-Stammtisch. Damit seien nicht etwa gelegentlich an Stammtischen anzutreffende illuminierte Zeitgenossen gemeint, sondern die politischen Vertreter der FPÖ, die Blau zu ihrer Parteifarbe erkoren hatten. Heute standen bei einem Kampagnenstart nun auch die Stammtische – oder besser gesagt – jene, die diese betreuen, im Fokus der Blauen: Die Wirte. „Gebt den Wirten das Kommando!“, lautet die von der FP-Landesspitze ausgegebene Parole. Nicht nur die Raucher/Nichtraucher-Problematik und die damit verbundenen Umbauten und Ärger setze den Wirten zu, nun komme - seit der von der Bundesregierung ausgerufenen Steuerreform - noch die Pflicht zu einer Registrierkasse hinzu. „900 Millionen Euro sollen durch den flächendeckenden Einsatz von Registrierkassen in die Staatskasse fließen. Alle Unternehmer – inklusive der Gastronomen - mit einem Jahreseinkommen von über 15.000 Euro sind davon betroffen“, rechnen die FP-Landesvertreter bei einer Veranstaltung in St. Pölten vor. Dem wolle man sich widersetzen und versucht nun die Wirte ins Boot zu holen, um damit die blauen Wasser zu durchpflügen. „Die Entmündigung der Gastronomen muss ein Ende haben“, proklamiert man seitens der FPNÖ und setzt in einer heute gestarteten Kampagne auch gleich auf bewährte heimische Genussmittel:
Eckpunkte der FP-Kampagne >> NÖ-Tour-Start und Besuch von ca. 2500 Wirten, das sind 70 bis 80 Prozent aller Betriebe>> Die Gastronomen werden mit Bierdeckeln, Folder und einer Unterschriftenliste ausgestattet>> Mit iher Unterschrift können sich die Gäste dann mit den Wirten solidarisch zeigen>> Die Kampagne läuft bis ca. Mitte Juli, dann gibt es seitens der FPÖ NÖ in allen Bezirken Bier- und Weinspenden, die mit den Stammgästen genossen werden können>> Jener Wirt, der im jeweiligen Viertel die meisten Unterschriften gesammelt hat, bekommt seitens der FPÖ NÖ ein Sommerfest finanziert>> Die „Wirte leben Heimat“-Initiative wird dann im Herbst weitergeführt (Bundes- und Landesparlament)>> Ziel der Kampagne: SPÖ und ÖVP wachzurütteln, dass Budgets nicht über die Wirte saniert werden können
Schelling bleibt bei Registrierkassenpflicht Hätte er die Kampagne registriert hätte er sich wohl weniger beeindruckt gezeigt: Finanzminister Schelling hat unabhängig vom FP-Protest heute bekundet, dass es bei der für 2016 geplanten Registrierkassen-Pflicht für Gastronomiebetriebe keine Amnestie vorsehe. __________________________________________
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