Angesichts der demographischen Entwicklung und ihrer Auswirkung auf das Gesundheitssystem seien die Länder die Triebfeder der Gesundheitsreform, meinte Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (VP) heute im Rahmen einer Landesgesundheitsreferentenkonferenz. Gemeinsam mit Landesrat Maurice Androsch (SP), der Wiener Stadträtin Sonja Wehsely (SP) und Salzburgs Landeshauptmannstellvertreter Christian Stöckl (VP), präsentierte man die Ergebnisse der Tagung und war sich in vielen Punkten parteiübergreifend einig.
Sobotka: „Mehr Studienplätze“ Die Anzahl der Studienplätze bei der Humanmedizin müsste erhöht werden. Bei der Gesundheitsreform sei es wichtig, die Zielsteuerung voranzutreiben, hier warte man etwa auf das „Primary Healthcare“- Gesetz - das die medizinische Primärversorgung nach internationalem Vorbild neuregelt. Also weg einerseits von teuren Spitals-Ambulanzen und ärztezentrierten Hausarztmodellen hin zu einer umfassenderen, multiprofessionellen Erstbetreuung. Bei der Primärversorgung gehe es darum, so Wiens Stadträtin weiter, den Best Point of Service endlich konkret anbieten zu können, hier fehle noch immer eine bundesweite rechtliche Grundlage.
Androsch: „Bund am Zug“ Androsch sieht hier den Bund gefordert, der rasch die gesetzlichen Grundlagen schaffen müsse. braucht dringend Pilotprojekte für den Best Point of Service“. Auch hinsichtlich TEWEB brauche man die Unterstützung des Bundes: Niederösterreich mit seiner jahrelangen Erfahrung mit den Notrufen 141 und 144 stelle sich hier als Pilotregion zur Verfügung. Auch für den Stabilitätspakt brauche man hinsichtlich der Kostendeckung die entsprechenden Rahmenbedingungen. An weiteren Forderungen nannte Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter eine Ausbildungsreform im Bereich der Pflege, die Ausschreibung der telemedizinischen Beratung TEWEB und die Kinderrehabilitation: „Die Länder sind bereit, jetzt ist der Hauptverband gefordert, endlich Standorte festzulegen“. Nach einer kurzen Übergangsphase soll die Ausbildung für den gehobenen Dienst ausschließlich an Fachhochschulen erfolgen, nicht zuletzt, um die Ausbildung entsprechend aufzuwerten. Spätestens mit 1. Jänner 2016 soll die Novelle in Kraft treten“.
Kinderreha rückschrittlich Punkto Kinderrehabilitation hätten die Länder die Verantwortung übernommen, die Kostenfrage sei geklärt, jetzt müssten schleunigst die Standorte definiert werden. Stöckl hob hervor, dass man bei der Kinderrehabilitation im Europavergleich weit zurückliege. „Salzburg wartet seit eineinhalb Jahren auf einen Standort, der Hauptverband muss endlich eine Entscheidung treffen“. __________________________________________
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