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ST. PÖLTEN. Dass manche in der Pressestelle des St. Pöltner Rathauses gern ab und an ihr eigenes - mitunter parteinahes - Süppchen kochen, oder mit “das Rathaus“ hinterfragenden Berichten unabhängiger Journalisten „not amused“ sind, ist in Medienkreisen bekannt und nicht selten Gegenstand von lustigen Witzchen oder auch Kritik. Lieber gesehen in St. Pöltens Rathaus sind erfahrungsgemäß daher „brave“ und kalkulierbare Redakteure.

Das Rathaus in St. Pölten. Foto: Pelz
Das Rathaus in St. Pölten. Foto: Pelz

Denn diese schreiben artig und wunschgemäß und kommen im Idealfall eigenen Berichten des rathäuslichen Medienservice in Inhalt und Umfang weder zuvor noch in die Quere. Es wäre schlichtweg gelogen, würde man diese Beobachtungen in St. Pölten als einzigartig in der weiten Politlandschaft Österreichs bezeichnen. Das ist nicht neu. Derlei findet man auch andernorts in durchaus unterschiedlichen Qualitäten. Zur Legitimation für die St. Pöltner gereicht das natürlich nicht.

In Zeiten eines heraufdräuenden Wahljahres sensibilisiert sich auch das gruppendynamische, manchmal auch reflexartige Denken in Oppositionskreisen. Dort werden Medienprodukte aus Gemeinde- und Rathausstuben und die dort kreierte Darstellung des Geschehens rund um die Tätigkeit des Bürgermeisters und seiner Entourage mit Argusaugen betrachtet. Daher wundert es auch nicht, wenn nun VP-Klubobmann Peter F. Krammer – einer von St. Pöltens Stadträten ohne Ressort - auf eine parteipolitische Äußerung von Bürgermeister Matthias Stadler im vom Medienservice produzierten Amtsblatt reflektiert. (Tips hatte über diese Äußerungen bereits am 19. Oktober geschrieben: siehe Artikel).

Krammer kritisiert den Bürgermeister, dass er im Amtsblatt des Medienservice parteipolitische Polemik verbreite und dass der Bürgermeister die Forderung von Vizebürgermeister Matthias Adl nach günstigeren Fahrpreisen für den öffentlichen Verkehr (LUP) als „Wahlzuckerl“ abqualifiziere. Dass Stadler dafür kein SP-Parteiblatt sondern just das von Steuerzahlern und manchen Inserenten „gesponserte“ Amtsblatt „missbraucht“, magerlt den Schwarzen daher besonders.

Krammer kann nicht viel machen, aber so ist das eben, wenn man in Opposition ist: man kann protestieren und aufzeigen, was schief läuft, aber richtig mitarbeiten kann man nur, wenn einem die Mehrheitspartei lässt. Also anstrengen, damit man bei der Wahl 2016 mit mehr Stimmen auch mehr mitreden und gestalten kann! Denn sonst fährt man auf der Leerscheibe in die nächsten Jahre und man kann bestenfalls von Mitsprache träumen.

Kommentar: Werner Pelz

Mail: w.pelz@tips.at

Telefon: 0676 700 11 75

Post: W. Pelz, Postfach 39, 3101 St. Pölten


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