Neuer Wirtschaftsbundobmann sieht Handlungsbedarf im Rathaus
ST. PÖLTEN. Optimierte Verkehrsflüsse, einen besseren Branchenmix in der Innenstadt, mehr Betriebsansiedelungen, Verwaltungsreform im Rathaus und ausreichend Parkraum am Domplatz sind nur einige Punkte, die der neue Wirtschaftsbundobmann zum Thema in St. Pöltens Politikszene machen will.

„Wir brauchen einen besseren Branchenmix in der Innenstadt“, postuliert Mario Burger, seit November neuer Obmann des Wirtschaftsbundes (WB). Denn die Kauftkraft in der St. Pöltner Innenstadt sei laut Untersuchung der Wirtschaftskammer um drei Prozent rückläufig. Außerdem habe von 2006 bis 2013 ein Filialisierungsgrad von 38 auf 52 Prozent hierorts stattgefunden. Das bedeute, dass große Ketten die individuelle Unternehmerschaft verdrängen. „Damit läuft St. Pölten Gefahr, dass es sich nicht mehr von anderen Städten der Welt unterscheidet, wo man überall die gleichen Filialen mit dementsprechender Ware findet.“ Das führe langfristig zu einem Verlust von regionaler Vielfalt und schade dem spezifischen Ambiente und Flair St. Pöltens.
Verkehrsinfarkt erwartet
Sorgen bereite ihm auch „das vorprogrammierte Verkehrschaos“ im Bereich der neuen Traisenbrücke: „Die Brücke ist gut, aber so wie es jetzt geplant ist, wird es in der Eybner- und Daniel-Gran-Straße zu einem Nadelöhr mit Verkehrsinfarktpotenzial kommen.“ Hier müsse rechtzeitig mit baulichen Maßnahmen gegengesteuert werden. Das sei Aufgabe der Politik im Rathaus St. Pölten, in concreto in Händen des Bürgermeisters.
Auch bei Betriebsansiedelungen sieht Burger Handlungsbedarf. Außerdem befindet er, dass man den Bildungsstandort zu wenig nutze. „Kooperationen zwischen NDU, Fachhochschule und anzusiedelnden Forschungsbetrieben würden St. Pölten aufwerten und dazu führen, dass sich hier mehr hochqualifiziertes Personal ansiedelt, das sich nach der Ausbildung in St. Pölten in andere Regionen Österreichs verabschiedet.“
In der leidige Frage über Parkplätze am Domplatz liegt er nach wie vor im Clinch mit Wirtschaftbundkollegen Joe Wildburger: Schwarze Weißglut: 'Stadler-Wildburger-Domplatz-Pläne untragbar'
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