Schuljahr zu Ende: Bilanz fällt durchwachsen aus
NÖ. Das aktuelle Schuljahr gehört am Freitag endgültig der Geschichte an. ÖVP-Landesrätin Barbara Schwarz und Landesschulratspräsident Johann Heuras zogen heute Bilanz über ein „ereignisreiches Schuljahr“.

Über 197.000 Schüler besuchten heuer eine Schule in Niederösterreich. Dabei gab es etliche Neuerungen. Denn zum ersten Mal in der Historie mussten sämtliche Maturanten bei der Zentralmatura antreten. Damit waren aber nur die wenigsten zufrieden. Landesrätin Barbara Schwarz: „Ich richte hier einen Appell an die Bundesministerin. Denn diese Art und Weise der Matura ist kein angenehmes Gefühl für die Schüler.“ Auch NÖ-Schulrats-Präsident Heuras blies ins selbe Horn: „Schön langsam müssen sich die Schüler wie Versuchskaninchen vorkommen. Ich hinterfrage auch: Was ist schief gelaufen? Denn ich bin mit diesem System nicht gänzlich zufrieden.“ Generell sieht Heuras durch die Umstellung auf die Zentralmaturam auch die Lehrkräfte stark in die Pflicht genommen: „Die Zentralmatura ist ein Mehraufwand für die Pädagogen.“
Flüchtlinge als großer Kostenpunkt
Ein großes Thema war im zu Ende gehenden Schuljahr die Integration der Flüchtlinge ins Schulsystem. Schwarz dazu: „Es war das Jahr der Flüchtlingskinder. Denn 2015/21016 besuchten rund 3000 asylwerbende Kinder niederösterreichische Schulen. Das schlug sich mit vier Millionen Euro Mehrkosten für zusätzliche Lehrer nieder.“ Laut Schwarz gäbe es bis jetzt es keine fixe Zusage vom Bund für die Finanzierung der Lehrkräfte. „Es fehlen 95 Planposten“, brachte es Heuras auf den Punkt. Wie sich die Lage im kommenden Schuljahr entwickelt ist ungewiss. Schwarz: „Das einzuschätzen ist schwierig, weil wir nicht wissen wie viele Kinder dazukommen. Die Zahl wird im kommenden Jahr auch wieder steigen.“
Zukunft der Sonderschule
Diskussionen gibt es immer wieder rund um die Zukunft der Allgemeinen Sonderschulen (ASO). Geht es nach Schwarz, werde es diesen Schultyp weiterhin geben. „Ich möchte die ASO nicht abschaffen, sondern den Eltern die Wahlmöglichkeit bieten, sich zwischen der ASO und dem integrativen Unterricht zu entscheiden.“ Auch Heuras teilt diese Meinung und ergänzt: „Es gibt kein Schwarz-Weiß-Denken, sondern es braucht sowohl die Inklusion als auch die ASO.“
Kritik an Neuer Mittelschule ebbt nicht ab
Keine Freude hat Heuras hingegen mit dem ständigen Infrage stellen der Neuen Mittelschule (NMS). „Es gibt immer wieder Schläge gegen die NMS.“ Unter anderem stand zuletzt das sogenannte Teamteaching in der Kritik. Dabei sollten NMS-Lehrer von Lehrern höherer Schulen im Unterricht unterstützt werden. Das funktioniere in der Praxis jedoch kaum. „Hier bedarf es noch einer Diskussion“, so die Landesrätin.
Eltern geben rund 17,7 Millionen Euro für Nachhilfe in Niederösterreich aus
Ein heikles Thema ist der enorm hohe Bedarf an Nachhilfestunden für die Schüler. Niederösterreichische Eltern nehmen laut einer Arbeiterkammer-Studie jährlich rund 680 Euro im Durchschnitt für außerschulische Nachhilfe in die Hand. In Summe sind das laut AK-Ergebnis in Niederösterreich 17,7 Millionen Euro. Heuras dazu: „Die Nachhilfefrage beweist, dass zu viele Schüler in der falschen Schule sitzen. Die Schüler müssen nach ihren Begabungen in die richtigen Schulen gehen. Hier sind wir dran Instrumente zu entwickeln, damit die Kinder ihren Begabungen entsprechend die richtige Ausbildung bekommen.“ Schwarz meinte abschließend ergänzend dazu: „Wichtig ist, dass in der Gesellschaft alle Ausbildungswege als gleichwertig angesehen werden.“


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