NÖ Gebietskrankenkasse zeigt sich krisenfest
ST. PÖLTEN. Trotz schlechter Prognosen weist der Rechnungsabschluss der Gebietskrankenkasse Niederösterreich im Geschäftsjahr 2015 einen Jahresüberschuss von 14,6 Millionen Euro auf. Einen Wehrmutstropfen sieht Generaldirektor Jan Pazourek jedoch in der konjunkturellen Entwicklung.

„Wir haben für die Versichertengemeinschaft nicht nur das Bestmögliche herausgeholt, sondern es ist uns auch gelungen, den Ausbau der Leistungen zu forcieren“, sagte Obmann Gerhard Hutter. Zu diesen zählen das Vertragspartnernetz, die Einführung der Gratiszahnspange, die Verbesserung der Psychotherapie für Kinder und Jugendliche sowie die Weichenstellung für die Versorgung und Betreuung von Diabetes-Patienten und die Versorgung und Betreuung von Kindern mit Autismus. Ausschlaggebend für die Verbesserung gegenüber dem Voranschlag waren die moderate Steigerungsrate bei den Medikamenten (plus 3,5 Prozent) und der Rückgang des Krankengelds um 1,5 Prozent. 1734 Euro gab die NÖGKK vergangenes Jahr durchschnittlich für einen Kunden aus. 564 Euro im Durchschnitt betrugen die Ausgaben für Zwanzigjährige, 1300 für Fünfzigjährige und 2900 für Siebzigjährige. Die Hauptausgaben der Krankenkasse waren Aufwendungen für Spitäler (611 Millionen Euro), ärztliche Leistungen (531 Millionen) und Medikamente (480 Millionen Euro).
NÖGKK Spitzenreiter in mehreren Bereichen
Die Schwerpunkte des vergangenen Jahres lagen auf den Bereichen Vertragsärzte, Kinder und Jugendliche und auf der Verbesserung der Gesundheitsförderung und Prävention. 2376 Ärzte stehen in einem Vertragsverhältnis zur NÖGKK. Vergangenes Jahr gab es 260 Bewerber für 120 ausgeschriebene neue Stellen. „Wir möchten uns als Kasse explizit bei unseren Vertragsärzten bedanken, weil wir wissen, dass sie eine ganz tolle Arbeit leisten unter schwierigen Rahmenbedingungen und sie uns auch bei all jenen Aktivitäten unterstützen, wo es um Arznei und Vernunft geht“, sagte Generaldirektor Jan Pazourek. 39 Kassenstellen wurden darüber hinaus neu geschaffen. Auch das Netz an Gruppenpraxen wurde um 18 Praxen erweitert. Niederösterreich ist in diesem Punkt die Nummer eins aller Gebietskrankenkassen in Österreich. Die Nummer eins ist die NÖGKK auch bei den Krankenversicherungsträgern. Die Pro Kopf-Ausgaben für Gesundheitsförderung betrugen 2015 um 50 Prozent mehr als der Durchschnitt aller Gebietskrankenkassen in Österreich. Gegenüber 2014 wurde der Aufwand um 14 Prozent ausgeweitet. Trotz allem bleibt ein Wehrmutstropfen: „Sollten wir in Österreich und in Niederösterreich nicht den Silberstreif am Konjukturhimmel sehen, dann werden das Jahr 2017 und die Folgejahre etwas trüber und düsterer aussehen, weil die Sozialtransfersysteme an der Entwicklung der Wirtschaft und an der Lohnsumme hängen. Wenn wir aus diesem Krisental, in dem wir uns nun schon seit einigen Jahren befinden, nicht langsam herausfinden, bekommen auch die Systeme der sozialen Sicherheit Probleme. Das ist aber heuer noch nicht der Fall, und darüber bin ich sehr froh“, sagte Pazourek.


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