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ST. PÖLTEN/NÖ. 16.283 Tafelklassler und 51.000 Kindergartenkinder werden am kommenden Montag in ganz Niederösterreich die erste Klasse Volksschule beziehungsweise ein neues Kindergartenjahr beginnen. Trotz einiger Neuerungen erwarten Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) und der Amtsführende Präsident des Landesschulrats Johann Heuras einen guten Start.

Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz und der Amtsführende Präsident des Landesschulrates Johann Heuras überreichen Taferlklasslerin Marissa Neidhart aus St. Pölten eine Schultüte. Foto: Thomas Lettner

Neu ist in den Kindergärten, dass heuer erstmals ein verpflichtendes Elterngespräch stattfinden wird, falls Kinder noch nicht das vorletzte Kindergartenjahr besuchen. Den Eltern von vierjährigen Kindern soll zumindest ein halbtägiger Besuch einer Kinderbetreuungseinrichtung empfohlen werden. Da ohnehin 96 Prozent der niederösterreichischen Kinder dieser Altersklasse einen Kindergarten besuchen, betrifft diese Regelung rund 650 Kinder. „Wir wollen den Eltern die Vorteile des Kindergartens näherbringen. Die Kinder haben auch die Möglichkeit, sich einen Kindergarten anzuschauen“, erklärte Schwarz. Auf Bundesebene ist der Bildungskompass ein Schwerpunktthema, den die Kindergartenkinder in die Volksschule mitnehmen. Die Stärken und Informationen über das Kind sollten aber positiv formuliert sein, um den Kindern keine „Rucksäcke“ mitzugeben. 330 Flüchtlingskinder mehr als im Vorjahr (momentan sind es 580) besuchen heuer die Kindergärten. „Wir sind gut aufgestellt“, sagte Schwarz, die unter anderem auf muttersprachliche Mitarbeiter in den Kindergärten verweist.

Eine große Neuerung in den Volksschulen ist die Abschaffung des Sitzenbleibens in den ersten drei Schulstufen. Außerdem gibt es die Möglichkeit der schriftlichen Leistungsbeurteilung anstatt der Ziffernnoten. Der Wechsel zwischen den Schulstufen wird erleichtert. Für besonders begabte Kinder wird es einfacher, eine Schulstufe zu überspringen. Im Gegensatz dazu kann ein Kind auch eine Klasse zurückgestuft werden.

In der ersten Klasse Volksschule verzeichnet man heuer mit 16.283 Schülern einen neuen Höchststand seit dem Schuljahr 2006/07. „Das liegt nicht nur an den Flüchtlingen, sondern vor allem an den geburtenstarken Jahrgängen“, erklärte Heuras. Für Flüchtlingskinder wurden im vergangenen Schuljahr 95 Vollzeitposten vom Land NÖ bereit gestellt. 150 Lehrer für Deutschkurse würden im Schulbereich aber noch fehlen. „Die werden wir auch einfordern“, versicherte Schwarz. Im letzten Schuljahr entstanden in Niederösterreich Kosten in der Höhe von vier Millionen Euro für zusätzliches Lehrpersonal. „Wie unaufgeregt die Pädagogen im vergangenen Schuljahr ihre Aufgabe bewältigt haben, verdient Respekt und Anerkennung. Darum werden wir das auch heuer schaffen“, zollte Heuras den Lehrkräften Respekt. Flüchtlingskinder müssten der Bildung zugeführt und für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Ansonsten drohe ein soziales Problem. 

Beschäftigen wird man sich auch mit dem Ausbau der ganztägigen Schulformen, von denen es in NÖ etwa 400 Standorte gibt. 15 Prozent der Pflichtschüler (rund 5400 Schüler) befinden sich in der Nachmittagsbetreuung, der überwiegende Anteil sind Volksschüler.

Im Bereich der Pflichtschulen stieg die Anzahl der Schüler bei allen Schultypen an. Bei berufsbildenden Schulen wie HTL oder HAK ist jedoch ein leichter Rückgang zu verzeichen.

Zahlen NÖ:

  • 9758 Volksschüler wechseln in eine Neue Mittelschule
  • 5860 Volksschüler wechseln in eine Allgemeinbildende Höhere Schule (37 Prozent)
  • 21.533 Lehrer: davon rund 13.500 in Pflichtschulen, 667 in Berufsschulen, rund 7400 in Mittleren und Höheren Schulen
  • 990 Pflichtschulen
  • Anzahl der Klassen stieg von 6141 auf 6173 im Vergleich zum letzten Schuljahr
  • Anzahl der Schüler stieg von 109.300 auf 111.320

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