Von einem, der niemals erwachsen werden will
ST. STEFAN. Dann und wann sieht man ihn im Wander-Outfit mit Stock und Hut oder wahlweise auch Walking-Stöcken ausgerüstet, die Wünschelrute eingesteckt, die Wanderschuhe geschnürt. Dann geht der Franzi tanken: Energie, Inspiration und Kraft für seine unzähligen Hobbies und sein großes Steckenpferd, das Kabarett. Denn als „Sepp Temba“ ist er im Lande ob der Enns schon bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund.

Franz Josef Madlmayr ist ein Tausendsassa. Lässt man ihn sich selbst beschreiben, so vergleicht er sich mit Peter Pan und spricht damit sein inneres Kind an: „Wenn ich etwas mache, muss es mir einfach Spaß bereiten.“ Das merkt man vor allem dann, wenn ihm der Spitzbub aus den Augen rausschaut, und das ist auch das Markenzeichen seiner Figur Sepp Temba, den er seit nunmehr sieben Jahren auf der Kabarettbühne verkörpert.
„Woame Eislutscher“
Gemeinsam mit Sigi Mittermayr alias Guss Longford tingelt er mit den beiden Programmen „PartnerLos“ und „Fleckerlspeis“ durch das Land und kann mit Stolz behaupten, bald jede Kultur-, Wirtshaus- und Pfarrheimbühne in Oberösterreich zu kennen. Dabei ist das dritte Musikkabarettprogramm schon fast fertig geschrieben, „Woame Eislutscher“ wird voraussichtlich im nächsten Frühling Premiere feiern. Das Kabarett ist für Franzi Madlmayr mehr als Leidenschaft, es ist ein Ventil: „Beruflich kann ich manches nicht immer so sagen, wie es mir eigentlich auf der Zunge liegen würde. Das Kabarett gibt mir die Möglichkeit dazu.“
Indiana Franzi
Doch in ihm steckt weit mehr als der lustige Kerl, den er auf der Bühne mimt: Neben der Vereinsmeierei als Platzsprecher im Steffinger Fußballstadion, leidenschaftlichen Theaterspieler, Musiker der Playback-Band „Los Cassettos“ oder langjährigen Tennis-Sektionsleiter treibt ihn eines an, nämlich die Heimatforschung. Als „Jäger der verlorenen Heimatschätze“ nützt er so oft er kann die Gelegenheit, selbst aktiv zu forschen. Besonders die Suche nach unterirdischen Gängen hat es ihm angetan. „Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und abgesehen von meiner Familie, steht das für mich momentan in meinem Leben an erster Stelle. Ich habe etwas in mir drin, das mich permanent auf die Reise schickt“, erzählt er mit leuchtenden Augen und berichtet von seiner Suche nach der „wahren Menschheitsgeschichte“, wie sie für ihn weitaus mehr Sinn ergibt, als die althergebrachten wissenschaftlichen Lehren.
Forschen mit Familie
Mit der Wünschelrute spürt er dann in der Umgebung von St. Stefan auch Energie- und Kraftplätze auf. „Ich geh zum Beispiel unheimlich gerne in die Kirche, weil mir historische und energetische Plätze irrsinnig taugen. Predigten mag ich dafür nicht, vor allem nicht jene mit erhobenem Zeigefinger. Außer die von unserem Pfarrer Stefan; der lebt das, was er sagt.“ Inzwischen hat Madlmayr schon seine ganze Familie mit dem Forscher-Virus angesteckt: „Somit können Forschungs- und Familienaktivitäten sehr gut verbunden werden“, berichtet er mit spitzbübischem Lächeln im Gesicht.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden