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ST. VALENTIN. Das Geschichtliche Museum der Stadt St. Valentin zeigt in einer Sonderausstellung von 31. Jänner bis 31. Juli die neuen Arbeiten der Wiener und New Yorker Malerin Claudine Anrather.
 

(Fotos: Claudine Anrather)
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In diesen monumentalen Selbstporträts, die oft weibliche Archetypen darstellen, greift die Künstlerin Stereotypen der weiblichen Darstellung auf, um dabei Geschlechterrollen, Identität, Stellung in der Gesellschaft und soziale Normen zu hinterfragen. Ihr vielseitiger Malstil sowie die Spontanität des Pinselstrichs erlaubt es ihr Stimmungen darzustellen und eine eigene traumhaft-theatralische Welt zu kreieren. Lebensgroße weibliche Figuren, viele davon Aktfiguren, stehen dem Betrachter selbstbewusst gegenüber, während andere, zum Beispiel maskierte Frauen, eindringlich den Blick des Betrachters zurückweisen. Meist wird der Blick erwidert und so ein oft beunruhigender Dialog mit dem Betrachter hergestellt. Das Objekt der Betrachtung wird zum Subjekt, der Betrachter zum Voyeur.

Eine eigene Welt

Claudine Anrather kreiert mit kräftigen Farben und spontanen Pinselstrich eine eigene Welt, oft ein Horror vacui voll Schönheit und Magie, die den Betrachter langsam verführt nur, um ihn gleich zu überraschen. Bei näherer Betrachtung dieser Arbeiten entdeckt man immer neue Elemente, die sich oft unter Lagen von Ölfarbe verbergen, während ein anderes Mal Umrisse von Figuren oder Tieren den Eindruck einer Erscheinung erwecken oder eines Nachbildes, das in den Augen noch nach dem Stimulus da ist. Die traumhaften Bilder von der Malerin hinterfragen oft die Grenzen zwischen Kunst und Kitsch, Schönheit und Hässlichkeit, Leben und Tod - figurative Elemente, die sich in der Abstraktion auflösen - ihre Welt ist eine dialektische, ein fragiles Gleichgewicht gegensätzlicher Kräfte. In den Blumenbildern vermittelt uns Claudine Anrather ihre Freude an deren Schönheit und sie empfindet es als ihre Verantwortung deren Leben in großen Bildern festzuhalten, die die Freude am Leben feiern. Ihre Einflüsse sind vielschichtig und spannen sich durch die Kunstgeschichte, vordergründig sind vielleicht Symbolismus und die Wiener Moderne jedoch auch die Renaissance und der Expressionismus werden immer wieder aufgegriffen. Durch die großen Formate, die Farbwahl, den Pinselduktus sowie ihre persönliche Ikonographie wirken die Bilder jedoch neu und frisch.

Ausstellungseröffnung:

Freitag, 31. Jänner um 20 Uhr

Die Ausstellung kann bis 31. Juli 2020 zu den Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden: dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr und an Sonntagen von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr


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