"Eine unglaublich bereichernde Zeit": Junge Physiotherapeutin aus St. Veit war 18 Monate in Honduras
ST. VEIT. Für eineinhalb Jahre hat Karin Leitner aus St. Veit alles Gewohnte hinter sich gelassen und sich auf eine völlig andere Lebensrealität eingestellt: Eineinhalb Jahre arbeitete sie als Physiotherapeutin im Kinderdorf „Rancho Sante Fe“ in Honduras, kümmerte sich um Kinder mit Knochenbrüchen ebenso wie mit schweren körperlichen Beinträchtigungen und hat dabei gelernt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Frisch von der Fachhochschule Gesundheitsberufe weg, hat die 26-jährige St. Veiterin gleich nach ihrem abgeschlossen Bachelorstudium Physiotherapie das Abenteuer gewagt und ist nach einem mehrstufigen Aufnahmeprozess als Voluntärin nach Mittelamerika gereist. „Man kann die Gegebenheiten in Honduras nicht mit Österreich vergleichen: Fehlende Hygiene, wenige Materialien und Hilfsmittel und die Kinder waren teils schwer körperlich und geistig beeinträchtigt“, beschreibt Karin Leitner. „Jedes der Kinder hat oft schlimme, traumatisierende Dinge erlebt, sie sind oft verhaltensauffällig und kämpfen mit den Nachwirkungen ihrer Vergangenheit. Dennoch schaffen sie es, dankbar zu sein und positiv nach vorne zu schauen.“
Kleine Brüder und Schwestern
Karin Leitner hat in einem Kinderdorf in der Nähe der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa gearbeitet, das von der Organisation „Nuestros Pequenos Hermanos“ (NPH - Unsere kleinen Bürder und Schwestern) durch Spendengelder finanziert wird. Es ist ein Zuhause für mehr als 500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Mühlviertlerin hat mit Patienten mit verschiedensten Bedürfnissen gearbeitet: Sie therapierte Kinder mit harmlosen Knochenbrüchen und vorübergehenden Beschwerden, aber auch Patienten mit Entwicklungsverzögerungen oder schwerwiegenden körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Außerdem half sie bei der Kinderbetreuung mit - Karins Kinder waren 29 Buben und Mädels zwischen sieben und elf Jahren. „Ich habe nicht nur viele Erfahrungen in meinem Beruf als Physiotherapeutin sammeln können, sondern auch im Umgang mit Kindern, vor allem mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen.
Aus 13 wurden 18 Monate
Diese Zeit als Freiwillige in Honduras war unbeschreiblich und unglaublich bereichernd“, resümiert die Voluntärin, die aus den ursprünglich geplanten 13 Monaten gleich 18 Monate in Honduras gemacht hat. Die „unbeschreibliche Gastfreundlichkeit und Liebenswürdigkeit der honduranischen Landbevölkerung“ haben sie besonders beeindruckt. „Diese Menschen besitzen oft nicht einmal genug zum Überleben und dennoch teilen sie bereitwillig, was sie haben.“ Einstellen musste sich die Mühlviertlerin nur auf die völlig anderen Lebensumstände - Sprache, Essen, soziale Gepflogenheiten und das ganz andere Zeitgefühl. Außerdem musste sie in dem sehr gefährlichen Land außerhalb des Kinderdorfs eigentlich ständig auf der Hut sein.
Seit wenigen Wochen ist sie wieder zu Hause und wird jetzt als Physiotherapeutin in einer Kuranstalt arbeiten. Auf jeden Fall will sie aber „so schnell als möglich meine Kinder und Freunde in Honduras besuchen.“
Hinweis
NPH sucht laufend Voluntäre. Wer Interesse an einem Auslandsaufenthalt hat, kann sich bei Karin Leitner näher darüber informieren (karin.leitner1@gmx.net). Außerdem werden Paten gesucht, die NPH unterstützen. Infos: www.nph.at. Spendenkonto: IBAN: AT85 2011 1822 4309 5500


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