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ST. WOLFGANG. Seit über 30 Jahren entstehen in der Werkstatt von Franz Reisenbichler die traditionellen Wolfgangseer Holzschindeln

Franz Reisenbichler ist heute noch leidenschaftlich bei der Arbeit. Foto: Thomas Leitner
Franz Reisenbichler ist heute noch leidenschaftlich bei der Arbeit. Foto: Thomas Leitner

Der rüstige 88-jährige Franz Reisenbichler aus Rußbach bei St. Wolfgang wollte nach der Grundschule eigentlich die Holzfachschule in Hallstatt besuchen, musste jedoch auf einem Bauernhof den Landdienst verrichten. Nach dem Umbruch, als 18-Jähriger, wollte er unbedingt das Holzhandwerk erlernen und bewarb sich in einer kleinen Tischlerei in Strobl. Da nur die Schule bezahlt wurde, aber kein Lohn, war Reisenbichler gezwungen, sich eine andere Stelle zu suchen. Ein Sägewerk bot ihm dann 22 Jahre einen Platz als Kraftfahrer. Als er später Dienstnehmer bei der Wildbachverbauung wurde, zog er sich in der Freizeit immer mehr in seine kleine Werkstatt zurück und erlernte sich dort selbst das Handwerk des Schindelmachers. Heute ist Franz Reisenbichler der älteste in seinem Handwerk und gibt sein Wissen bereits an seinen Urenkel weiter.

Ideales Holz ist schwer zu bekommen

„Das Schwierige ist heutzutage, an das passende Lärchenholz zu kommen. Der ideale Baum soll zwischen 200 und 300 Jahre alt sein und die Fasern müssen nach links gehen, denn wenn diese falsch gewachsen sind, schauen die Schindeln nach dem Schneiden wie Propeller aus“, weiß Reisenbichler, der heute noch oft mit der Säge das Holz passend zuschneidet, um es dann mit dem Reifmesser in Form zu bringen. Seine Schindeln findet man in der Region überall, ob auf Dächern von Kapellen oder als Mäntel rund um alte Häuser. Wie viele er in seinem Leben gemacht hat, ist sich der sympathische Pensionist nicht sicher, es waren in jedem Fall sehr viele.


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