Gemeinde St. Wolfgang hat Finanzkrise überwunden

Thomas Leitner Thomas Leitner, Tips Redaktion, 27.08.2019 11:45 Uhr

ST. WOLFGANG.  Salzkammergutgemeinde hat Finanzen wieder im Griff, Bauakte erledigt und auch die Verwaltung neu aufgestellt.

Am Höhepunkt der Verwaltungs- und Finanzkrise der Marktgemeinde St. Wolfgang wurde im Frühjahr 2017 bei einem Sondergemeinderat ein Sanierungsausschuss eingesetzt. In einer ganztägigen Klausur des gesamten Gemeinderates wurden den gewählten Mandataren genaue Informationen über die Tragweite der Probleme in den Bereichen Gemeindefinanzen, Problemstellung im Bauamt sowie in anderen Bereichen der Verwaltung vorgelegt.

„Es lag eine sehr große Aufgabe vor uns – hohe Schulden, rund 1.000 offene Bauakte und große Mängel in der Verwaltung“, schildert Bürgermeister Franz Eisl (VP) die damalige Situation und ergänzt: „Mir war und ist sehr wichtig, dass alle Gemeinderäte von Beginn an in die Umsetzung der Sanierungsschritte eingebunden sind.“ Mit großem Arbeitseinsatz von Verwaltung, auswärtiger Mithilfe und nicht zuletzt mit tatkräftiger Unterstützung des Bürgermeisters als obersten gewählten Verantwortungsträger in der Gemeinde ist es nach vielen Besprechungen und Sitzungen in den vergangenen 30 Monaten gelungen, die nötigen Sanierungsschritte zu setzen und die vom Land OÖ geforderte „Konsolidierungsvereinbarung“ zu erfüllen. „Das Land hat uns in allen Bereichen Hilfe angeboten – im Gegenzug haben wir aber Schritt für Schritt unsere Aufgaben erledigen müssen“, sagt Bürgermeister Franz Eisl. Aufgrund der umfassenden Erledigung der Problemfelder ist die Geschäftsgrundlage für den Sanierungsausschuss weggefallen. Er wurde deshalb vom Gemeinderat in der letzten Sitzung ersatzlos aufgelöst.

Gemeindefinanzen im Griff

„Gleich nach meinem Amtsantritt ist auch die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde klar geworden“, erinnert sich Eisl an seine ersten Tage in der Gemeindestube, „große Beträge an bereits zugesagten Fördermitteln waren noch nicht “abgeholt„, sie fehlten daher auf den Konten der Gemeinde und deshalb hatten wir hohe Schulden“, erklärt der Ortschef. Es war also das Hauptziel der neuen Gemeindeverwaltung, die zugesagten Fördergelder rasch nach St. Wolfgang zu holen und die Schulden auf ein erträgliches Maß abzubauen. Natürlich muss seit dieser Zeit auch gespart und gut gewirtschaftet werden, um die Verschuldung weiter zu reduzieren. Zum Ende des heurigen Jahres will Eisl die Schulden um 4,5 Millionen auf knapp 8 Millionen abgebaut haben.

Sanieren und investieren

Neben den harten Sparmaßnahmen war es aber auch nötig, wichtige Investitionen anzugehen. Im Bereich Infrastruktur sind beispielsweise der Güterweg Windhag, die Straßen- und Platzgestaltung im Markt, mehrere Erneuerungen im Kanalnetz der Gemeinde sowie der Kindergarten samt Musikschule in St. Wolfgang zu nennen. Besonders wichtig ist es auch, Gelder für die Sicherheitseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Die neugestalteten Zeughäuser der Feuerwehren in Russbach und Wirling, der Ausbau der Rettungszentrale in Schwarzenbach sind ein gutes Beispiel dafür, dass die Gemeinde in diesen Bereichen gut aufgestellt ist. Auch im Sozialbereich wurde viel erneuert – das tolle Team der Mobilen Altenhilfe leistet Großartiges und das Vorzeige-Projekt „Essen auf Rädern“ wurde mit dem Ankauf neuer Ausrüstung erfolgreich neu organisiert. „Hier danke ich den Gemeinderats-Mitgliedern, die seit drei Jahren den Sonntagsdienst bei der Essensverteilung erfüllen“, freut sich Eisl. Darüber hinaus werden die heimischen Vereine und die ehrenamtlich Tätigen mit verschiedenen Förderungen bei ihren Vorhaben unterstützt.

Zukunftsthemen stehen nun im Vordergrund

An oberster Stelle für die Gemeindeverantwortlichen steht, leistbaren Wohnraum für die einheimische Jugend anzubieten und damit die Abwanderung stoppen. „Es kann nicht sein, dass junge Menschen in ihrer Heimatgemeinde keinen leistbaren Wohnraum finden“, zeigt sich der Bürgermeister kämpferisch und setzt sich und seinem Gemeinderatsteam große Ziele. Erste Schritte wurden nun mit der Baulandsicherung für 14 Parzellen in Weinbach und mit den 12 Mietwohnungen in Russbach gesetzt. „Gemeinsam müssen wir es schaffen, Familiengründe in Bauland zu widmen und so der nächsten Generation Heimat zu bieten“, stellt der St. Wolfganger Ortschef Franz Eisl im Tips-Interview klar.

 

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