Bundesrätin Bettina Lancaster: „Das Ambiente im Parlament ist etwas ganz Besonderes“
STEINBACH AM ZIEHBERG. Bettina Lancaster ist Bürgermeisterin von Steinbach am Ziehberg, Bezirksvorsitzende der SPÖ und wurde Anfang Februar als Nachfolger von Ewald Lindinger als Bundesrätin angelobt.

Seit sich die studierte Biologin/Genetikerin im Jahre 2003 in der Gemeindepolitik von Steinbach am Ziehberg zu engagieren begann, ging ihr politischer Weg steil nach oben. Nach der Wahl zur Bürgermeisterin vor zehn Jahren und der Übernahme des SPÖ-Bezirksvorsitzes im Jahr 2017 hat sie mit der Ernennung zur Bundesrätin den nächsten Karriereschritt hingelegt. „Ich habe meinen politischen Werdegang überhaupt nicht geplant, bin aber keine, die 'Nein' sagt, wenn ich gefragt werde“, so Lancaster, die schon seit 2015 als Ersatz für Ewald Lindinger vorgesehen war.
Breites Spektrum an Themengebieten
Auch die Aufgaben hat sie von ihrem Vorgänger übernommen. Bis zu einer Neuzuteilung im Mai ist sie in folgenden Ausschüssen vertreten: Auswärtige Angelegenheiten, Finanzausschuss, Landesverteidigungsausschuss, Umweltausschuss, Verkehrsausschuss und Ausschuss für Wissenschaft und Forschung.
Auf die Sitzungstermine bereitet sie sich anhand der Protokolle der Nationalratssitzungen vor. Für manche Aufgaben bedarf es einer genaueren Vorbereitung als bei anderen Gebieten. „Nicht jeder Ausschuss trifft genau meine Interessen. Das Thema Umwelt ist mir nahe, der Verfassungsausschuss dagegen etwas fremd, weil ich bisher noch nicht in diesem Bereich gearbeitet habe“, erklärt Lancaster.
Neuer Lebensabschnitt
Mit der neuen Funktion hat sich auch der Lebensrhythmus geändert. „Ich habe jetzt andere Repräsentationsaufgaben und Verpflichtungen im Bezirk, außerdem kommen noch weitere Zuständigkeiten im Land dazu. Zudem bin ich einmal im Monat von Dienstag bis Donnerstag in Wien. So kann ich aber meine beiden Söhne (26 und 28 Jahre alt, Anm.) hin und wieder besuchen, die in Wien leben“, erzählt die Bundesrätin. Ihr Mann trägt die Entscheidung voll mit und steht hinter ihr. „Das haben wir schon 2015 alles genau besprochen“, sagt die Bürgermeisterin von Steinbach am Ziehberg.
Regionalinteressen wichtig
Während sich ihre Tätigkeit in der Gemeinde gut mit ihren neuen Aufgaben vereinbaren lässt, musste Lancaster ihren Job bei „Studia“ in Schlierbach im Dezember aufgeben: „Ich habe 21 Jahre dort gearbeitet, das ist mir nicht leicht gefallen.“ Dafür hält sie jetzt Reden im Bundesrat. „Das Ambiente im Parlament hat schon einen anderen Stellenwert. Man macht sich dann selber einen Stress“, so Lancaster schmunzelnd, die sich auch in ihrer neuen Funktion für die Belange der Region einsetzt.
„Mir ist klar, dass dieses Gremium nicht da ist, um Regionalinteressen unterzubringen, aber man kann in gewissen Bereichen Bewusstseinsbildung schaffen für den Bezirk“, so Lancaster. Daher würde sich die Bundesrätin auch freuen, wenn sie einmal eine Rede zu einem ganz bestimmten Thema halten dürfte: „Ich finde den Bereich der klein-strukturierten Landwirtschaft - nicht nur für unsere Region - sehr wichtig“.


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