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STEYR. Auf Einladung des Museums Arbeitswelt und des Mauthausen Komitees kommt der Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan mit seinem Figurentheater „F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig“ am 10. Dezember ins Stadttheater nach Steyr.

Nikolaus Habjan (Foto: Thomas Aurin)
Nikolaus Habjan (Foto: Thomas Aurin)

Beginn am Tag der Menschenrechte ist um 19.30 Uhr, Vorverkaufskarten gibt es online ab 25 Euro. Die Aufführung am besonderen Datum soll die Relevanz der Thematik unterstreichen. Der 10. Dezember erinnert an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1948 und betont deren universelle Gültigkeit und Unteilbarkeit. „„Besonders in einer Zeit, in der die Menschenrechte immer wieder in Frage gestellt werden, möchten wir daran erinnern, auf Basis welcher Erfahrungen diese ins Leben gerufen wurden“, unterstreicht Karl Ramsmaier, Vorsitzender des Mauthausen Komitees in Steyr.

Nikolaus Habjan hat mit seinem Stück „F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig“ ein eindrucksvolles Werk geschaffen, das die psychische und physische Gewalt der NS-Zeit beleuchtet. Das Stück basiert auf der wahren Geschichte von Friedrich Zawrel. 

Zawrel wuchs im Wien der 1930er-Jahre auf. Nach der Delogierung der Familie folgte das Heim und schließlich der Spiegelgrund, jene „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches, in der Euthanasiemorde stattfanden. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wurde Zawrel als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft und gequält, doch er konnte fliehen. Im Jahr 2000 kam es zum Gerichtsverfahren, das jedoch wegen der angeblichen Demenz von Gross eingestellt wurde.

Nestroy-Preis

Habjan, der für seine virtuose Fähigkeit bekannt ist, Puppen zum Leben zu erwecken, erzählt die Geschichte von Zawrel mit einer Intensität und Emotionalität, die tief berührt. Die Inszenierung, die 2012 im Schubert Theater Wien uraufgeführt wurde, hat seither zahlreiche Gastspiele im In- und Ausland erlebt und wurde mit dem Nestroy-Preis in der Kategorie Beste Off-Produktion ausgezeichnet.

Das Stück zeigt die Begegnungen zwischen Zawrel und seinem Peiniger Dr. Heinrich Gross, der ihn als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ einstufte und mit Experimenten quälte. Trotz dieser traumatischen Erlebnisse überlebte Zawrel und erzählte seine Geschichte bis zu seinem Tod im Jahr 2015 als Zeitzeuge weiter.


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