Pachergasse: Abfuhr für rote Farbe am Schutzweg
STEYR. Zehn Menschen mit Behinderung leben im Wohnprojekt assista in der Pachergasse. Im Zuge der derzeitigen Straßenarbeiten wünschen sie sich für ihren Weg ins Geschäft einen rotmarkierten Zebrastreifen. Vom Magistrat gibt es dafür eine Absage.

„Scheinbar muss erst was passieren muss, bevor etwas getan wird“, sagt Gemeinderat Wolfgang Glaser (Bürgerforum). Er sowie Erika Strutzenberger von der Zivilinvalidenverband-Ortsgruppe und Sprecher der assista-Bewohner Achim Rohr fordern mehr Sicherheit für den Fußgängerübergang zwischen Sparda-Bank und Zellinger-Filiale bzw. Merkur. Und zwar in Form einer roten Farb- unterlegung - „wie bei Schulen und Altersheimen in Steyr bereits üblich“, so die drei Mitglieder des Steyrer Behindertenfachbeirats. Von der Stadt kommt dafür ein Nein: „Vor sechs Jahren wurde von politischer Seite in Steyr vorgesehen, rot-weiße Schutzwege nur direkt bei Kindergärten, Schulen und Altenheimen anzubringen“, erklärt Thomas Froschauer von der Abteilung für Verkehrsplanung. Um eine übermäßige Zahl rot-weißer Markierungen zu vermeiden, seien sich Verkehrsbehörde, Sachverständiger und zuständige Politik einig, in der Pachergasse davon abzusehen.
Einfach zu schnell
Achim Rohr, der andernorts schon einmal angefahren wurde, wohnt seit 2011 bei assista. Er versteht nicht, warum fürs Wohnprojekt anderes gelten soll als für Altenheime. Seine Mitbewohner hätten teils auch nicht sichtbare Einschränkungen, etwa eine verminderte Seh-, Hör- oder Konzentrationsfähigkeit. „Es wird einfach zu schnell und unachtsam gefahren“, so der Rollstuhlfahrer. Der Magistrat argumentiert, die Bewohner könnten die Straße über den ampelgeregelten Zebrastreifen nahe der Hofer-Filiale weitaus sicherer queren. „In Richtung Merkur ist der Weg etwa 60 Meter länger“, so Froschauer, der auch erklärt, man dürfe sich auf rotweißer Markierung nicht in falscher Sicherheit wähnen. „Der Fußgängervorrang am Schutzweg wird nicht immer eingehalten.“
Dass aber beeinträchtigte Menschen, deren Leben kompliziert genug sei, einen Umweg nehmen sollen, sorgt beim Behindertenfachbeirat für Kopfschütteln. Er sieht darin nur zusätzliche Gefahrenquellen. Gemeinderatsmitglied Glaser will das Anliegen nun in den Verkehrsausschuss bringen.


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