Radverkehr: Salzburg als Vorbild für Steyr
STEYR. Nur vier Prozent der Steyrer nutzen das Fahrrad für Alltagswege. In Salzburg liegt dieser Wert fünfmal so hoch.

Zwischen Steyr und Salzburg gibt es viele Gemeinsamkeiten, sagt Peter Czermak von der Radlobby Steyr. „Beides sind wunderschöne historische Städte, die Flüsse prägen das Stadtbild, Touristen sind begeistert von der alten Struktur und den engen Gassen.“ Während in Österreichs viertgrößter Stadt immer mehr Fahrräder das Stadtbild prägen, hat Steyr in Sachen umweltfreundlichem Verkehr noch Aufholbedarf.
Entsprechendes Budget
In Salzburg werden bereits 20 Prozent der Alltagswege mit dem Rad zurückgelegt, in Steyr liegt man bei bescheidenen vier Prozent. Trotz der bereits guten Werte hat man in Salzburg 2017 eine Radverkehrsstrategie beschlossen. Das Budget dafür wurde von einer Million Euro auf zwei Millionen Euro verdoppelt. Im Magistrat sind nun vier statt zwei Mitarbeiter mit dem Radverkehr befasst. Damit will die Stadt Salzburg den Anteil der Radler auf 24 Prozent erhöhen, was täglich bis zu 20.000 Autofahrten einsparen könnte. „Umgelegt auf Steyr würde dies ein jährliches Radbudget von 500.000 Euro bedeuten. Ein neugebauter Steg, der nicht für den Radverkehr tauglich ist, wäre in Salzburg undenkbar“, betont Peter Czermak. „Straßenbauvorhaben im Stadtgebiet werden dort automatisch einer Radverträglichkeitsprüfung unterzogen. Priorität hat die Etablierung von durchgehenden, sicheren Radwegachsen.“
Bekenntnis gefordert
Die Radlobby Steyr fordert vom Gemeinderat ein grundsätzliches Bekenntnis zur Attraktivierung des Radfahrens mit entsprechender Budgetierung, Lückenschluss bei den bestehenden Radwegachsen und die Anbindung der Großbetriebe. „Akut braucht es auch eine sichere Lösung für das Radeln im Bereich Schönauerbrücke-Stadtplatz“, so Czermak.


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