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„Online! What else!?“: jugendlicher Medienkonsum im Fokus von Tagung in Steyr

Angelika Hollnbuchner, 02.12.2019 13:27

STEYR. Rund 100 Interessierte aus den Bereichen Jugendarbeit und Schule nahmen an der Fachtagung des Steyrer Netzwerks „Flow Akut“ teil. Unter dem Titel „online! What else!?“ drehte sich diesmal alles um den jugendlichen Medienkonsum.

Foto: Andreas Schachermayr
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So erklärte etwa Barbara Buchegger von der Initiative Saferinternet.at, dass viele Jugendliche heute unter „digitalem Zeitstress“ leiden. Laut einer Umfrage gibt mehr als ein Drittel der Elf- bis 17-Jährigen an, dass ihnen das Handy bzw. andere digitale Geräte manchmal zu viel werden. 60 Prozent empfinden es als höflich, auf Nachrichten sofort oder innerhalb weniger Minuten eine Antwort zu erhalten, was wiederum Stress auslöst. Verstärkt wird dieser Trend durch viele Gruppen oder Unterhaltungen in Social-Media-Netzwerken.

Smartphone im Kinderzimmer

Als Gegenstrategie nennt Buchegger konkrete Familienregeln, die auch die Eltern beherzigen sollten. Dazu zählt zum Beispiel ein vereinbartes Handyverbot beim gemeinsamen Essen oder beim Erledigen von Aufgaben. Ein Dilemma besteht oft mit dem Smartphone im Kinderzimmer. Laut der Expertin sollte zumindest in der Nacht das Smartphone an einem Platz außerhalb des Kinderzimmers „ruhen“. Dass dies in der Praxis oft nicht der Fall ist, hängt nicht nur mit Social Media zusammen. Denn die digitalen Alleskönner werden auch als Radio, TV-Gerät, Digitalkamera, Uhr oder fürs Aufwecken in der Früh benutzt. Vielleicht findet sich ja heuer unter dem Weihnachtsbaum mancher Familien heuer der eine oder andere analoge Wecker?

Fake News entlarven

Einen spannenden Einblick in die Welt der digitalen Irreführung - Stichwort „Fake News“ – bot Laurent Straskraba vom Verein Mimikama aus Wien. Er zeigte an anschaulich, wie in verschiedenen Medienkanälen versucht wird, mit technischen Hilfsmitteln Meinungen zu manipulieren. Aber auch, wie diese Tricks entlarvt werden können. Wichtig sei es laut Straskraba, gerade den Blick von Jugendlichen auf digitale Inhalte zu schärfen. Dazu gehört nicht nur das Wissen darüber, wer in digitalen Medien schreibt oder Behauptungen aufstellt, sondern auch das Bilden einer eigenen Meinung.

Welt der Spiele

Bei Markus Meschik von der Fachstelle für digitale Spiele “Enter“ in Graz ging es um die – nicht nur für Jugendliche – faszinierende und mit Risiken behaftete Welt der Computerspiele. Meschik stellte sehr unterschiedliche virtuelle Spiele und das jeweils dahinterstehende Finanzierungsmodell vor. Viele Games, die Usern gratis zur Verfügung stehen, finanzieren sich über Umwege mittels kostenpflichtiger Extras oder schlicht mit den Daten der User. Die meisten Jugendlichen könnten laut Meschik zwar gut mit den Herausforderungen digitaler Spiele umgehen. Bei exzessiven Nutzern herrsche jedoch oft ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken vor, dem man mit gezielten Argumenten gegensteuern könne.

Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität

Den Abschluss der Tagung gestaltete Stefan Leyerer vom Verein I.S.I. Streetwork (Traun), der Einblicke in die menschliche Wahrnehmung des Medienkonsums bot. Dabei wurde rasch klar, dass der Mensch weit anfälliger für Verzerrungen ist, als er wahrnimmt. Mit dem nötigen Bewusstsein dafür könnte aber viel erreicht werden.

Wer ist „Flow Akut“

Veranstalter der Tagung war das Netzwerk „Flow Akut“ - ein Zusammenschluss von Sozialeinrichtungen in Steyr, die für Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen hilfreiche Angebote setzen, der Steyrer Polizei und der Kinder- und Jugendhilfe des Magistrats Steyr. Info: www.praevention.at/jugend/flow-akut


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