Porträt-Reihe "Alltagsmeisterinnen": Postbotin mit Herz und grünem Daumen
SCHIEDLBERG. Briefzustellerin Margarete Ecklbauer kennt jeder im Ort. 120 Kilometer mit dem Postauto und circa 13.000 Schritte legt sie täglich zurück, um im Landrayon bis St. Marien die Post und durchschnittlich 70 bis 90 Pakete auszutragen.

Die 57-Jährige mag ihren Job und den Kontakt zu den Menschen. Obwohl das flotte Einsortieren der Post anstrengend ist und die Pakete immer mehr werden. Bis zu 167 Stück waren es vor Weihnachten. In der Coronazeit freut sich Ecklbauer über die vermehrte Wertschätzung der Kunden. Eine kleine Kaffeepause bei Kontaktfreudigen, etwa bei Pensionsauszahlungen, ist aber leider nicht mehr drin. Zur Entspannung besonders der Schultern gönnt sich die Mutter zweier erwachsener Kinder zweimal im Monat eine Massage.
Für „Gottes Lohn“ helfen
Trotz forderndem Vollzeitjob engagiert sich Ecklbauer ehrenamtlich. „Es macht mich glücklich, nur für Gottes Lohn zu helfen“, lächelt sie. Seit 20 Jahren ist sie Obfrau der Goldhaubenfrauen Schiedlberg. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft. Leider mangelt es an Nachwuchs“, sagt sie. Die Gruppe zählt derzeit 30 aktive Mitglieder. Vor Corona wurden Ortsausflüge für alle Frauen organisiert, bei Kirchenfesten, Kräuterweihe und Pfarrkaffee für das Bezirkshilfekonto und Licht ins Dunkel gesammelt. „Wir konnten einem körperlich stark beeinträchtigten Schiedlberger, der ein Auto mit Spezialausstattung benötigte, helfen. Da sind Freudentränen geflossen“, erzählt Ecklbauer.
Ein Händchen für Garten und Gemeinschaft
Als langjähriges Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins hilft die Bauerntochter außerdem beim Pflanzenmarkt tatkräftig mit, betreut mit ihrem grünen Daumen die Kräuterschnecke bei der Gemeinde (für alle zur freien Entnahme) und pflegt zusätzlich einen großen Bauerngarten. Ecklbauer war zudem 2013 Gründungsmitglied des vereinsbetriebenen „G‘schäftl Schiedlberg“, ein Treffpunkt für Groß und Klein. Sie packt auch hier ehrenamtlich an, ist Chefin des Eventteams, putzt, dreht Knödel für den Verkauf, hilft bei Hauszustellungen und freut sich, dass der Verkauf von lokalen Produkten zunimmt. „Ich bin stolz, im G‘schäftl-Team mitarbeiten zu dürfen“.


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