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BEHAMBERG/WEISTRACH. Im Alter von 23 Jahren hatte der Weistracher Andreas Haider die ersten Symptome der Multiplen Sklerose (MS). Mittlerweile ist er auf den Rollstuhl angewiesen, Mobilität ist ihm dennoch sehr wichtig. Ein teurer Spezial-Anzug hilft dem heute 36-Jährigen.

Von links: Verena Burgholzer (Schriftführer Stv.), Kapellmeister Florian Bürstmayr und Stabführer Florian Binder (Foto: MV Wachtberg)

„Alles hat mit Doppelbildern und einem extremen Drehschwindel im Jahr 2011 begonnen“, erinnert sich Andreas Haider. „Ein halbes Jahr später bemerkte ich im Urlaub, dass ich keine Treppen steigen konnte, ohne mich anzuhalten. Da wurde mir klar, dass ich dies abklären lassen muss.“

Nach einer Lumbalpunktion (hierbei wird vom Rückenmark eine Flüssigkeit abgenommen) bekam er die schockierende Diagnose Multiple Sklerose (MS). „Ich wurde dann sofort auf eine Dauertherapie mittels einer täglichen Spritze eingestellt.“

Die MS schritt langsam voran, das Gehen wurde immer beschwerlicher. „Für längere Distanzen, so ab rund 500 Metern, musste ich mir dann einen Rollstuhl zulegen. Dieser hatte mir dann die Lebensqualität doch wieder deutlich verbessert, so konnte ich noch mein Auto benützten und auch selbständig einkaufen“, erzählt der Weistracher.

Ein starker Schub

Im Sommer 2022 hatte Haider einen starken Schub, konnte nicht mehr aufstehen und auch nicht sitzen. Nach einer Cortison Therapie regenerierte sich sein Nervensystem wieder ein wenig. „Aber leider nicht mehr so, wie es vorher war. So bin ich jetzt komplett auf den Rollstuhl angewiesen“, so der 36-Jährige.

Seine Mobilität ist ihm sehr wichtig. „Ich tue alles Mögliche, um gegen die Krankheit anzukämpfen. So gehe ich einmal die Woche zur Physiotherapie, mache zuhause meine Übungen und besuche, wenn es mir bewilligt wird, einmal im Jahr eine Reha, wo ich immer tolle Fortschritte mache. Dies steigert wieder deutlich meine Lebensqualität.“

Anfang des Jahres sah der Mostviertler auf Galileo TV zufällig einem Beitrag zum sogenannten Molly Suite. Das ist ein Vollkörperanzug mit 58 Elektroden der speziell für MS-Patienten entwickelt wurde.

Musikverein Wachtberg hilft

„Ich fand den Beitrag so spannend, dass ich mich gleich informierte, wo es diesen Anzug in Österreich zu erwerben gibt und bin auf eine Firma in Sattledt gestoßen“, erzählt Haider. Dort konnte er den Anzug testen, eine Behandlung dauert eine Stunde. „Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung beim Gehen, Stehen und Treppensteigen. Dieser Anzug hilft mir sehr, den Alltag besser zu bewältigen.“ Weil er seitens der Gebietskrankenhasse keine Vergütung erhielt, muss Haider die Kosten von 9.800 Euro selbst übernehmen.

Unterstützung erhält der Weistracher vom Musikverein Wachtberg. Der Erlös des Benefizkonzerts am Sonntag, 21. April, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Münichholz kommt ihm sowie der Familie Kaiser aus Steyr zugute. Hier wurde ein zweifacher Familienvater durch ein tragischen Unfall aus dem Leben gerissen (Tips berichtete; zum Artikel).

Mitgestaltet wird das Benefizkonzert am 21. April in Steyr-Münichholz von Martina Kutsam, Martin Krendl und Lisa Maria Menneweger, Bruno Bojti, Jakob Fellner, Tobias Frohner und Raphael Kohlbauer. Vorverkaufskarten zum Preis von 7 Euro gibt es bei den Wachtberger Musikern; Abendkassa: 8 Euro.


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