Gedenken in Ternberg: Versprechen des „Niemals wieder“ weitertragen
TERNBERG. Mehr als 250 Menschen gedachten am Sonntag in der Pfarrbaracke Ternberg auf Einladung der Katholischen Jugend der Region Ennstal der Opfer des Nationalsozialismus im KZ-Außenlager Ternberg.

Zum 17. Mal fand in Ternberg eine Gedenkfeier für die Opfer des KZ-Außenlagers statt, das dort zwischen 1942 und 1944 bestand. Der Ort des Gedenkens – ein 2008 von Jugendlichen geschaffener Erinnerungsraum in der ehemaligen Küchenbaracke des Lagers – steht seither im Zentrum der jährlichen Veranstaltung.
Im Fokus der Feier stand heuer das Motto des Mauthausen Komitees Österreich: „Gemeinsam für ein Niemals wieder!“. Mit der Radiomoderatorin Claudia Stöckl konnte erneut eine prominente Rednerin gewonnen werden. In ihrer Gedenkrede appellierte sie an die Jugendlichen, nicht nur zu erinnern, sondern auch aktiv zu handeln. Es brauche Wissen über die Geschichte, kritisches Denken – besonders in digitalen Räumen – und Mut zur Zivilcourage: „Lasst es nicht beim Verstehen der Welt bewenden. Es geht um Engagement.“
Jeder Einzelne gefordert
In Interviews mit Zeitzeugen wie Hugo Portisch und Arik Brauer, die Stöckl in Auszügen präsentierte, wurde deutlich: Geschichte darf sich nicht wiederholen. Dafür sei jeder Einzelne gefordert – im Alltag, online wie offline.
Auch Generalvikar Severin Lederhilger betonte, Gedenken müsse laut und sichtbar bleiben: „Nur wer Erinnerung lebt, kann der Normalisierung von Hass und Ausgrenzung entgegenwirken.“ Er warnte vor den Gefahren manipulativer Kommunikation in sozialen Medien und forderte Bildung, Aufklärung und gelebte Menschlichkeit als Bollwerk gegen Intoleranz.
Anita Buchberger und Cornelia Kreusel von der Katholischen Jugend Ennstal führten durch die Feier und riefen dazu auf, den Schwur „Niemals wieder“ mit Haltung und Tatkraft zu erfüllen. Junge Menschen müssten klare Zeichen gegen Hass und Gleichgültigkeit setzen.
Friedensnetz
Ein symbolisches „Friedensnetz“, von den Teilnehmern geknüpft, unterstrich diesen Aufruf ebenso wie die Verlesung der Namen der Opfer des Lagers. Im Anschluss wurden Kränze niedergelegt. Leonie Falk, Vorsitzende der Katholischen Jugend OÖ, würdigte besonders den Einsatz der Jugendlichen, die 2008 den Gedenkraum in Ternberg schufen: „Ihr Engagement zeigt, dass Gedenkarbeit aktiven Einsatz braucht – damals wie heute.“
Das Gedenken wurde von zahlreichen lokalen Organisationen mitgetragen – von Pfarr- und Marktgemeinde über das Rote Kreuz bis hin zur Landjugend und dem Musikverein. Musikalisch gestaltet wurde die Feier von der Jugendband „Soulservice“, dem Chor der Mittelschule Ternberg und einem Bläserensemble.


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