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Fortschritt in der Spitzenmedizin: Steyrer Mediziner forscht zu optimaler Dosierung von Immunsuppressiva

Olivia Lentschig, 11.07.2023 11:20

STEYR/LINZ. Das Transplantationszentrum am Ordensklinikum Linz ist eines der führenden in ganz Österreich. Um den Patienten die optimale Behandlung zu ermöglichen und immer neue, bessere Methoden zu entwickeln, wirkt der gebürtige Steyrer, Mediziner Daniel Cejka mit seinem Team unter anderem an einem internationalen Forschungsprojekt mit, das sich der optimalen Dosierung von Immunsuppressiva nach Nierentransplantationen widmet. 

Primar Daniel Cejka, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Transplantationsmedizin im Ordensklinikum Linz Elisabethinen und gebürtiger Steyrer (Foto: Ordensklinikum_Stoegmueller)

Am Puls der Zeit bewegen sich die Forschenden mit ihren Studien und treiben so die Spitzenmedizin weiter voran. „Die Transplantationsmedizin hat in den vergangenen Jahren viele Fortschritte gemacht. Wir stehen aber nicht still, sondern entwickeln und forschen an alternativen Behandlungsmethoden, die uns dabei helfen, unsere Patienten noch schneller, schonender und erfolgsversprechender behandeln können“, so Daniel Cejka, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Transplantationsmedizin im Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

TT-Virus als neuer Indikator

Das aktuelle Projekt „TTV GUIDE TX“ widmet sich der optimalen Dosierung von Immunsuppressiva nach Nierentransplantationen. Ein erst kürzlich entdecktes Virus, das Torque-Teno-Virus (TTV), das im Blut von gesunden und kranken Menschen vorkommt, aber keine Krankheiten auslöst, funktioniert als neuer Indikator für die Stärke oder Schwäche eines Immunsystems.

Sind die TTV-Copies (engl. Kopienzahl) hoch, ist das Immunsystem schwach, sind sie niedrig, ist es stark. Im Fall von Nierentransplantationen kann ersteres zu ungewünschten Infektionen führen, zweiteres hingegen zur Abstoßung des transplantierten Organs. Um das zu verhindern, werden immun-suppressive Mittel verabreicht, deren Dosierung bisher rein über den Medikamentenspiegel und das Körpergewicht bestimmt wurde.

Nun kommt der TT-Virus als zusätzlicher Bestimmungsfaktor hinzu, was für die Patienten eine risikoärmere Nachbehandlung ergeben soll. Langfristiges Ziel ist es, dass durch die optimale Dosierung der Immunsuppressiva weniger Patienten an Post-Transplant-Infektionen und Organabstoßungen leiden.

Internationale Forschungsgemeinschaft und vielversprechende Ergebnisse

An der Methode forschen international sieben europäische Länder mit 19 Partner, eine von ihnen das Ordensklinikum Linz. Aktuell läuft die Recruiting-Phase, in der Patienten für die Studie gewonnen und erste Ergebnisse bekannt werden. Das Top-Transplantationszentrum in Linz ist nach der Universitätsklinik Wien in Bezug auf die Teilnehmerzahlen führend in Österreich. „Die ersten Ergebnisse sind konstant und daher vielversprechend“, erklärt Primar Cejka, der seit 2022 eine leitende Funktion in der europäischen nephrologischen Fachgesellschaft (European Renal Association = ERA) innehat. „Wir sehen, dass die Dosierung der immunsuppressiven Mittel nach den TTV-Indikatoren in der Praxis funktioniert. Nun heißt es, die Patienten weiter zu beobachten und die Daten auszuwerten“, beschreibt der Nephrologe das weitere Vorgehen.

Zukunftshoffnung

Nicht nur für Nierentransplantationen soll das Resultat dieser Forschung in Zukunft von Bedeutung sein. Auch bei anderen Organverpflanzungen, wie von Herz, Lunge oder Leber, sowie Knochenmarkstransplantationen sind die Ergebnisse von großem Nutzen. Abseits der Transplantationsmedizin können darüber hinaus künftig auch Personen mit Autoimmun-, Infektions- und onkologischen Krankheiten von den Forschungsergebnissen profitieren. Insbesondere letztgenannte Patientengruppe steht für das Ordensklinikum Linz als Onkologisches Leitspital Oberösterreichs besonders im Fokus.


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