Königsetappe bei der Österreich-Rundfahrt
HAIDERSHOFEN/STEYR. Hagel in Villach sorgte für enorme Schäden im Tross der Österreich-Rundfahrt. Der amtierende Glocknerkönig Gregor Mühlberger nimmt die heutige Königsetappe im Rosa Trikot in Angriff.

Nach der Zielankunft am Dobratsch bei Villach am Mittwochabend sollte für alle Beteiligten der Österreich-Rundfahrt der Tag noch lange nicht vorbei sein. Ein Unwetter machte auch vor der Villacher Alpe keinen Halt und sorgte für Weltuntergangsstimmung. Selbst der sportliche Leiter des Steyrer Hrinkow-Teams Stefan Rucker, bekanntlich Linienpilot und früher bei der Hagelabwehr in Graz fliegerisch im Einsatz, bekam es mit der Angst zu tun. „Ich habe echt schon viele Gewitter gesehen aber das gestern übertrumpfte alles bisher gesehene. Fahrer und Betreuer konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, dem zweiten sportlichen Leiter Uli Öhlböck und mir blieb nichts anderes übrig als an den Straßenrand zu fahren und im Auto sitzenzubleiben. Die Windschutzscheibe blieb, im Gegensatz zu Team Tirol, zwar noch ganz - die beiden Fahrzeuge hatten jedoch „Golfball-Look“ mit einigen Dellen. Auch ein Hrinkow Rennrad erwischte es und die Hagelkörner polierten regelrecht den Lack vom Carbon. Zum Glück blieben jedoch alle unverletzt, ein großes Danke und Lob gilt dem OK-Team und allen Freiwilligen die in dieser Situation bis spät in die Nacht Aufräumarbeit leisteten.
Fankhauser am Donnerstag bester Österreicher Nach dem Motto „The show must go on“ ging es am Donnerstag auf der fünfte Etappe von Villach/Drobollach nach Mattei in Osttirol. Auf dem nur leicht welligen Kurs über 175 Kilometer brauste das Feld mit einem Schnitt von 53 km/h in der ersten Rennstunde. Am Ende betrug der Schnitt immer noch 47,2 km/h, der von einer dreiköpfigen Spitzengruppe übriggebliebene Johan Van Zyl (MTN-Qhubeka) setzte sich hauchdünn vor dem herannahenden Hauptfeld durch. Überschattet wurde das Rennen von einem Massensturz mit ca. 40 Fahrern kurz vor Lienz, wo Erinnerungen an den schrecklichen Sturz vor einigen Tagen bei der Tour de France wach wurden. Von der Equipe aus Steyr erwischte es den deutschen Alex Maier am schlimmsten, der jedoch beim Salto mit 60 km/h halbwegs glimpflich davonkam. Für das bisher erfreulichste Ergebnis bei dieser 67. Österreich-Rundfahrt sorgte Clemens Fankhauser. Der Tiroler kommt von Tag zu Tag besser in Schwung und erkämpft bei dieser turbulenten Etappe als bester Österreicher den ausgezeichneten siebten Platz. „Das Team hat mich super in Position gebracht, bei der 500-Meter-Marke war dann plötzlich das Tempo draußen und 15 Mann sind von hinten an mir vorbeigefahren. Ab der 300-Meter-Marke habe ich dann voll durchgezogen und konnte dadurch noch viele Plätze gutmachen!“, so Fankhauser.Königsetappe am FreitagBester Österreicher in der Gesamtwertung ist weitherin der Haidershofner Gregor Mühlberger als Neunter. Der amtierende Glocknerkönig geht damit am Freitag im Rosa Trikot in die Königsetappe mit Zielankunft am Kitzbüheler Horn, zuvor müssen die Radprofis bereits den Großglockner bezwingen.


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