Euro als Chance für regionale Vereine
REGION STEYR. Österreichs Damen-Nationalteam spielt bei der Europameisterschaft in den Niederlanden groß auf. Von dieser Euphorie könnten auch die Frauen-Teams in der Region Steyr profitieren.

Sportlich wären für die Saison 2017/18 zwei Mannschaften aus der Region Steyr für Österreichs zweithöchste Spielklasse qualifiziert. Doch weder Wolfern noch Garsten nehmen diese Möglichkeit wahr. „In dieser Liga fehlt die sportliche Perspektive, außerdem haben wir durch lange Auswärtsfahrten immer mehr Spielerinnen verloren“, erklärt Wolferns Sportlicher Leiter Jürgen Tröscher den Rückzug in die OÖ-Liga. Dort kann man dank einer Spielgemeinschaft mit Stadl-Paura antreten und will wie der amtierende Meister Garsten um den Titel mitspielen.
Kräfte bündeln
Garsten hat sich schon vor vier Jahren aus ähnlichen Beweggründen freiwillig aus der 2. Division Mitte-West verabschiedet. Trotz Meistertitel 2016/17 in der OÖ-Liga wollen die Grün-Weißen nicht aufsteigen. Die Kräfte in der Region zu bündeln wäre für Tröscher ein logischer Schritt, wenngleich es aufgrund der Rivalität auf beiden Seiten Bedenken geben würde. „Natürlich wird es nicht einfach, auf einen Nenner zu kommen. Ich werde von meiner Seite aber auf jeden Fall in dieser Saison auf Garsten zugehen“, erklärt Tröscher. Die Region Steyr hätte seiner Meinung nach das Potenzial für eine Bundesliga-Mannschaft. „Das ist jetzt aber noch weit weg.“
Stagnation bei Vereinen
Während Österreichs Frauen-Nationalteam in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, herrscht in den Vereinen Stagnation. Haidershofen und Atsv Steyr haben ihre Damenmannschaften aufgelöst. Die Erfolge bei der Euro könnten einen neuen Boom auslösen. „Das öffnet uns sicher Türen. Aber nur dann, wenn wir auch etwas dafür tun. Von alleine werden die Spielerinnen nicht zu uns kommen“, betont Tröscher.
Duo in St. Pölten
Das Nationale Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten hat für eine positive Entwicklung der besten Spielerinnen in Österreich gesorgt. Mit Katharina Mayr (17; Garsten) und Claudia Wenger (16; St. Ulrich) absolvieren auch zwei Spielerinnen aus der Region dort ihre fußballerische und schulische Ausbildung. Dass es in Sachen Breite noch großen Aufholbedarf gibt, ist auch dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) bewusst. Der Erfolgslauf bei der Euro soll jedenfalls mehr Mädchen für den Sport begeistern. „Mehr Werbung für den Frauenfußball kann man nicht machen“, sagt ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner aus Wolfern.
Frauen-Fußball
Fünf Vereine aus der Region Steyr nehmen am Meisterschaftsbetrieb des OÖ Fußballverbandes teil.
OÖ-Liga: Garsten, Wolfern
Landesliga: Aschach
Frauenklasse: St. Ulrich, Ternberg
In Oberösterreich gibt es mit Linz-Kleinmünchen nur einen reinen Damen-Fußballklub.
Im Nachwuchs gibt es keine eigene Meisterschaft, die Mädchen kicken bei den Burschen mit.


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